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Bärenmacher(in) des Monats Dezember 2011:
Ursula Wirkner


Bitte stellen Sie sich und Ihre Bären mit eigenen Worten vor.
Ich heiße Ursula Wirkner, bin 46 Jahre alt, verheiratet und habe einen 7-jährigen Sohn, der gerade in die Schule gekommen ist. Wir wohnen in Bad Vilbel (nahe Frankfurt/Main) und wenn ich mich nicht um unseren Sohn kümmere, dann nähe bzw. filze ich in jeder freien Minute. Meine kreative Liebe gilt neben den Bären auch den Reborn-Babypuppen. Und wenn dann noch Zeit ist (meistens abends vor dem Einschlafen), lese ich furchtbar gerne.

Porträt Ursula Wirkner

Porträt Ursula Wirkner

Porträt Ursula Wirkner

Porträt Ursula Wirkner

Porträt Ursula Wirkner

Porträt Ursula Wirkner

Porträt Ursula Wirkner
  Im Moment liegt mein kreativer Schwerpunkt eindeutig bei gefilzten Bären und anderen Geschöpfen, die eines gemeinsam haben: sie sind farbenfroh. Ich liebe es, mit Farben zu spielen und muss oft schmunzeln, wenn so ein bunter Geselle wieder das Licht der Welt erblickt hat.

Wann haben Sie mit dem Bärenmachen begonnen und was war der Anlass dafür?
Zum Bärenmachen bin ich Ende der 90er Jahre gekommen, wie so viele andere auch. Erst kam eine Bastelpackung, die ich auf einer Puppen- und Teddyausstellung kaufte (ursprünglich habe ich mal Puppen gesammelt), und dann noch eine ... und noch eine ... und dann hatte mich der "Bärenvirus" fest im Griff. Ich war auf der Suche nach einem kreativen Hobby bzw. einer Tätigkeit, bei der ich etwas erschaffen kann (witzigerweise wusste ich bis dahin gar nicht, wie kreativ ich sein kann, denn in der Schule war ich im Fach Handarbeit eine Katastrophe). Mit den Bären hatte ich es schließlich gefunden, und bin sehr glücklich darüber!

Porträt Ursula Wirkner

Seit Ende 2007 nähe ich nach eigenen Ideen. Ich versuche mich ständig weiterzuentwickeln (wie bspw. durch den Besuch des Teddy-College bei Margarete Nedballa oder anderen Online-Bärenmacher-Kursen). Seit ca. anderthalb Jahren habe ich auch meine Liebe zum Nadel-Filzen entdeckt. Es macht mir großen Spaß, aus einer Handvoll Schafwolle einem Geschöpf „Leben“ einzuhauchen.

Können Sie sich noch an Ihren ersten, selbst genähten Teddy erinnern?
Ja, mein erster Bär aus der erwähnten Bastelpackung war „Amy“ (der Schnitt hieß anders). Von wem der Schnitt war, weiß ich nicht mehr. Ihr Kopf sah aus wie eine Mischung aus Schäfchen und Bär, aber für‘s erste Mal fand ich sie sehr gelungen - trotz der typischen Anfängerfehler. Und damit war ich mit dem Bärenvirus „infiziert“. „Amy“ hat natürlich einen Ehrenplatz in meinem kleinen Atelier.

Wieviele eigene Schnitte haben Sie schon ungefähr entworfen?
30 Schnitte sind es bestimmt, die ich immer wieder ändere, so dass es den einen „ultimativen“ Schnitt (noch) nicht gibt. Da die Tage immer viel zu kurz sind, komme ich leider mit dem Nähen nicht so schnell hinterher, wie ich zeichne.

Porträt Ursula Wirkner

Mit welchen Größen und Materialien arbeiten Sie am liebsten?
Die Größen der Bären variieren, ich bin da nicht festgelegt. Eine Tendenz besteht sicher zu den etwas kleineren Exemplaren. Beim Nähen verwende ich nur hochwertige Stoffe, sehr gerne Mohair von Lou Bear aus Südafrika. Auch bei der Filzwolle achte ich auf Qualität: am liebsten arbeite ich mit der Schafwolle von den Netzbächer Bären, die eine tolle Qualität und eine große Farbauswahl bieten. Und wichtig ist mir auch: Egal ob Bär oder ein anderes Geschöpf - alle bekommen Glasaugen. Meine genähten Bären sind alle von Hand genäht, mit der Nähmaschine stehe ich auf Kriegsfuß. Gott sei Dank habe ich eine liebe Mama, die mit ihren wunderbaren Handarbeitskünsten bereit steht, wenn ein Bär (oder ein anderes Geschöpf) eingekleidet werden möchte. Danke Mama!

Porträt Ursula Wirkner

Haben Sie einen absoluten Lieblingsteddy? Falls ja, warum gerade diesen?
Das ist schwierig. Ich hatte ursprünglich sehr viele Teddys, habe meine Sammlung aber nach und nach dezimiert: aus Platzgründen und weil ich nur die absoluten Lieblingsstücke aufheben möchte. Einer meiner Lieblingsteddys ist sicher mein Kindheitsteddy, den ich zu meiner Geburt geschenkt bekam. Und ein anderer Liebling ist derzeit ein Teddy, den ich erst vor kurzem von der englischen Künstlerin Carol Birkeland-Green erworben habe. Im Grunde liebe ich alle Teddys, die bei mir sind.

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Teddys? Was inspiriert Sie?
Ich habe ein Ideen-Buch, in das ich unzählige Ideen aufschreibe. Das reicht für die nächsten Jahre. Leider sind die Tage immer viel zu kurz, um alles umzusetzen. Oft ist es so, dass ich mich spontan hinsetze und entweder einen neuen Schnitt zeichne oder einen bestehenden ändere und mich überraschen lasse, wie er aussehen wird. Eigentlich habe ich viel mehr Schnitte, als ich bisher mangels Zeit umsetzen konnte. Für meinen Sohn bspw. habe ich zum Abschluss seiner Kindergartenzeit einen Teddybären genäht, dessen Schnitt ich schon lange vorher entworfen hatte. Im Moment habe ich allerdings öfter die Filznadel in der Hand. Und da nehme ich mir einfach die Farbe, die mich gerade „anspringt“ und filze los ... und die besten Ideen kommen mir während des Filzens. Oft weiß ich bei den ersten Stichen noch gar nicht, was es wird.

Was sind Ihre persönlichen Stärken?
Ich kann gut zuhören, bin zuverlässig und zielstrebig. Ich liebe es, mit anderen Menschen zu kommunizieren und gehe offen auf Menschen zu.

Sammeln Sie auch Teddys anderer Bärenmacher bzw. bestimmter Firmen?
Ausgesprochen gerne mag ich im Moment die Bären von Petra Plaas und von Carol Birkeland-Green. Aber es gibt so viele tolle Bärenkünstler, da müsste ich jetzt Seiten füllen. Letztendlich muss ein Bär mein Herz gewinnen. Und da ist es egal, ob dieser von einem Bärenkünstler kreiert wurde oder ein „No-name“-Bär ist. Ich möchte das Sammeln aber in Grenzen halten, was mir zugegebenermaßen nicht immer leicht fällt.

Bevorzugen Sie traditionelle oder eher witzige und ausgefallene Teddys?
Ich wage mich gerade an das Thema „traditionelle Bären“ im Sinne der klassischen Bären heran, da ich einen „richtigen“ klassischen Bären noch nie entworfen habe (zumindest keinen, der meinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht geworden wäre). Ansonsten mag ich es, wenn meine Bären gefilzte Nasen haben, und diese dürfen dann ruhig auch etwas bunter sein. Ich bin da nicht wirklich festgelegt. Ich denke, so wie man sich selbst weiterentwickelt und verändert mit den Jahren, so verändern sich auch die Bären, die man erschafft.

Porträt Ursula Wirkner

Porträt Ursula Wirkner
  Was war bisher Ihr größter und kleinster Teddy, den Sie gefertigt haben?
Der kleinste gefilzte Geselle ist 5 cm groß, und der größte handgenähte Bär bisher 50 cm.

Was ist für Sie das Schönste am Bärenmachen?
Das Schönste am Bärenmachen ist für mich, die Möglichkeit zu haben, abzuschalten. Dazu kommt die Freude daran, wie ein Bär / Geschöpf nach und nach Gestalt annimmt. Und das „Sahnehäubchen“ ist dann das Feedback von Menschen, denen meine kleinen Geschöpfe gefallen.

Nehmen Sie regelmäßig an Messen, Börsen, Wettbewerben teil?
Nein, bisher noch nicht. Wie bereits im letzten Jahr werde ich auch in diesem Jahr an einem hiesigen Weihnachtsmarkt teilnehmen. Mein Wunsch ist es, im nächsten Jahr auch bei dem einen oder anderen Wettbewerb bzw. an einer größeren Messe oder Börse teilzunehmen. Ich hoffe sehr, dass das klappt.

Haben Sie bereits einen Preis gewonnen?
Nein, bisher noch nicht.

Haben Sie einen ganz persönlichen Traum in Bezug auf das Bärenmachen?
Ich möchte meine Techniken stetig weiterentwickeln und ich würde gerne perfekte Miniatur-Bären nähen. Und ich wünsche mir, dass es immer Menschen gibt, denen ich mit meinen Bären eine wirkliche Freude mache.

Was möchten Sie anderen Bärenmachern / Bärenfans mit auf den Weg geben?
Gerade den Nachwuchs-Bärenmachern möchte ich zurufen: Glaubt an Euch, entwickelt Euch und Eure Ideen weiter und erschafft Eure Bären mit Spaß und viel Liebe. Das wird man Euren Geschöpfen ansehen und dann wird auch ein Betrachter sie lieben! Und die Bärenfans / Sammler möchte ich bitten, den Nachwuchs-Bärenmachern Mut zu machen. Denn, ich denke: Jeder heute erfolgreiche Bärenmacher hat mal klein angefangen. Das Bärenmachen sollte vor allem eines bleiben: eine Herzenssache, die Spaß macht und das Herz des Betrachters erreicht. So vieles ist vergänglich - ein Teddybär und vor allem die Liebe zu ihm bleibt lebenslang!

Mit lieben, bärigen Grüßen,
Ursula Wirkner

Homepage: www.ursinas-baerennest.de

Bildnachweis / Copyright: Ursula Wirkner

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