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Bärenmacher(in) des Monats April 2011:
Sara Weilenmann (Kunterbuntes)
Bitte stellen Sie sich und Ihre Bären mit eigenen Worten vor.
Ich heiße Sara Weilenmann, bin geboren und aufgewachsen in Zürich in der Schweiz und irgendwann zog es mich von der Stadt aufs Land. Nun wohne ich mit meinem Freund auf einem Bauernhof in Wila im schönen Tösstal und kreiere meine etwas anderen Teddys. Ich arbeite 100% als Hochbauzeichnerin und genieße meine Freizeit in der Natur oder beim Basteln.
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Mit Jahrgang 1976 bin ich ein wenig unter dem Altersdurchschnitt der Bärenmacher, also ist es auch nicht verwunderlich, bei mir spezielle Schnitte in allen Farben anzutreffen. Meine Teddys sind “kunterbunt“ und manch einer erkennt den Bären nicht mehr in ihnen. Aber Abwechslung muss sein! So versuche ich immer neue Teddys und andere Tiere zu entwerfen und bleibe mir selbst treu.
Wann haben Sie mit dem Bärenmachen begonnen und was war der Anlass?
Es war 2001, als ich in einem Gartencenter eine Bastelpackung für einen kleinen Teddy entdeckte. Ich war gerade daran, alles auszuprobieren, was der Bastelmarkt so hergab. Warum also nicht auch mal einen Teddy. Mein Vater sammelt alte kleine Steiff-Tiere. Darum habe ich eine große Beziehung zu wertvollen Sammlerobjekten, und so gefiel mir die Idee, selber einen Bären zu nähen, sehr gut. Ich versuchte mich als Teddymacherin und es hat ganz gut geklappt. Nach dem ersten war dann der Mohair-Stoff alle und ich versuchte das selbe Schnittmuster mit Plüsch, was eine
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sehr schwierige Angelegenheit war. Schnell entdeckte ich die Vorzüge des Mohairs und machte mich auf die Suche nach dem in der Schweiz seltenen Stoff. Durch meine Suche kam ich dann auf die erste Teddymesse in Rapperswil und das Bärenfieber hatte begonnen. 2004 habe ich meine ersten zwei eigenen Schnitte entworfen und 2005 hatte ich meine erste Messe in Rapperswil.
Können Sie sich noch an Ihren ersten, selbst genähten Teddy erinnern?
Der Erste. Wer vergisst ihn denn?! Es war der oben besagte aus der Bastelpackung.
"Firsty", 10 cm, kurzes Mohair, braun, 5 Gelenke und trotzdem etwas steif. Aber es war der Beginn und darum sitzt er heute noch in meinem Teddyregal.

Mit welchen Größen und Materialien arbeiten Sie am liebsten?
Meine Kreationen sind zwischen 6 cm und 24 cm. Zum nähen, wenden und besticken sind natürlich die Größeren viel angenehmer, aber bei den Kleinen ist es einfacher, ein süßes Aussehen hinzubekommen. Der Jööh-Effekt hilft da bedeutend!
Das Hauptmaterial ist natürlich Mohair, obwohl auch Mikrofaserstoffe schöne Felle abgeben. Für die Einsätze verwende ich alles Mögliche, was so erhältlich ist. Kunstleder, Pfotenstoffe mit
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Wie viele eigene Schnitte haben Sie schon ungefähr entworfen?
Ich habe sechs sehr verschiedene Teddyschnitte und daraus noch Variationen für einen Hasen- und drei Drachenschnitte. Dazu kommen noch ein Elfen-, ein Fledermaus-, ein Drachen-, ein Elefanten-, ein Löwen-, ein Eisbären- und ein Nebelkrähenschnitt. Insgesamt also 17 Schnitte bis heute, und ich hecke bereits wieder zwei neue aus.
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Velouroptik oder mit langen Härchen, Microfaser und manchmal auch Polstermuster. Im Moment gefallen mir die LongPile Stoffe am besten. Sie haben lange Härchen und einen schönen Glanz.
Haben Sie einen absoluten Lieblingsteddy? Falls ja, warum gerade diesen?
Einen Lieblingsteddy habe ich, obwohl ich manche meiner Kreationen nie hergeben würde. "M. Cassio" hat mein Herz am meisten berührt. Er war der erste meines 5. Schnittes und auf Anhieb perfekt. Schon bevor ich ihn fertig hatte, habe ich mich verliebt. Warum?... Er ist grün und süß!
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Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Teddys? Was inspiriert Sie?
Die Inspirationen bekomme ich von verschiedenen Seiten. Meine erste Inspiration kam von einem Künstlerteddy, den ich in einem Londoner Kaufhaus sah. Zuhause wusste ich lediglich noch, dass er einen langen Hals und lange Arme hatte. E voilà, der erste Schnitt war geboren! Beim Zweiten wollte ich den klassischen Stil ein bisschen mehr einbringen, doch er sollte meine Handschrift tragen und einen dicken Bauch und eine große Nase haben. Und so versuchte ich auch beim dritten, vierten und fünften Schnitt, eine meiner Vorstellungen mit meinem eigenen Touch umzusetzen. Bei der Ideensammlung sind mein Freund Pitsch und meine Freundin Claudia aus Thun eine große Hilfe. Claudia macht auch Bären und so setzen wir uns vier- bis fünfmal im Jahr zusammen. Wir quatschen, werkeln, färben und tüfteln immer wieder an
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neuen Schnitten. Diese Wochenenden in Thun sind für mich die größte Inspiration! Bei ihr sind auch die Ideen für die Drachen, den Hasen, die Elfen, den Löwen, den Eisbär und die Fledermaus entstanden.
Kleine Geschichte aus Thun: Ich hatte den ersten Kopf für eine kleine Elfe fertig gestellt und zeige ihn meinem Freund. Er drehte ihn um und sagte: "Das ist ja eine Fledermaus!" … und schon musste ich nur noch Körper, Flügel und Füße kreieren und fertig war der nächste Schnitt.
Weniger Inspiration als Herausforderung ist mein Kollege Richi, der sich immer wieder neue Tiere von mir wünscht. Bis jetzt Löwe und Eisbär, und das nächste kommt bestimmt.


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Was sind Ihre persönlichen Stärken?
Ich habe sehr viel Geduld. Auch wenn etwas nicht zu bewältigen scheint (z.B. sehr kleine Teile wenden), gebe ich nicht auf und schaffe es irgendwie.
Sammeln Sie auch Teddys anderer Bärenmacher bzw. bestimmter Firmen?
Natürlich! Welcher Teddykünstler hat nicht mit Sammeln angefangen, bevor er auf der ersten Messe selber ausgestellt hat? Ich kaufe mir ab und zu mal einen Teddy. Nicht von bestimmten Künstlern oder Firmen, sondern einfach nur was mir gefällt. Meine Sammlung kann man auch auf meiner Homepage anschauen, im "Archiv" von "Sara Bears".
Bevorzugen Sie traditionelle Teddys oder eher witzige und ausgefallene Exemplare?
Ich liebe traditionelle Teddys, für meine Sammlung mag ich es allerdings eher speziell.
Was war bisher Ihr größter und kleinster Teddy, den Sie gefertigt haben?
Die größten Gesellen sind mit bis zu 24 cm die Drachen mit dem langen Hals, und der Kleinste mit 6 cm (“M.inipic“) war ein Geschenk für Claudia und sozusagen das Spielzeug für einen anderen Teddy.
Was ist für Sie das Schönste am Bärenmachen?
Ich sitze den ganzen Tag am Computer und brauche daher den Ausgleich am Abend, um meine Hände zu beschäftigen. Außerdem finde ich Teddys süß und sie sind etwas fürs Herz. Auch die Freundschaft zu anderen Bärenmachern ist schön.
Nehmen Sie regelmäßig an Messen, Börsen, Wettbewerben teil?
Ich stelle meine Kreationen auf zwei Messen in der Schweiz aus. In Reinach (AG) jeweils im Februar und in Einsiedeln (SZ) jeweils im Oktober. Die neuesten Daten sind immer auf meiner Homepage unter der Rubrik "werwowiewas" aktualisiert.
An Wettbewerben nehme ich nicht teil.
Haben Sie bereits einen Preis gewonnen?
Nein.
Haben Sie einen ganz persönlichen Traum in Bezug auf das Bärenmachen?
Schön wäre es, wenn es wieder mehr Sammler geben würde. Ich höre immer nur von den guten alten Zeiten … Und auch mehr junge Künstler wären wünschenswert, sonst bin ich in 30 Jahren alleine auf den Messen…
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Was möchten Sie anderen Bärenmachern / Bärenfans mit auf den Weg geben?
Bärenmacher: Macht weiter so!
Bärenfans: Habt Freude an den adoptierten Kreationen!
Liebe Grüsse aus der Schweiz!
Sara Weilenmann
Besucht mich auf:
www.kunsterbuntes.ch
Copyright: Sara Weilenmann, Kuscheltier News
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