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Bärenmacher(in) des Monats Mai 2010:

Sandra Wilß und die Sawi-Bären


Bitte stellen Sie sich und Ihre Bären mit eigenen Worten vor.
Mein Name ist Sandra Wilß. Im Juli 1978 erblickte ich in Eisenach/Thüringen das Licht der Welt. Seit 2005 ist Eisenach auch der Geburtsort meiner Sawi-Bären und ihrer Freunde, die von mir nach eigenen Entwürfen mit viel Liebe in Handarbeit gefertigt werden.

Bärenmacher-Porträt Sandra Wilß, Sawi-Bären   Wann haben Sie mit dem Bärenmachen begonnen und was war der Anlass dafür?
Während meiner Ausbildung lebte ich von 1996 bis 1998 in Sondershausen. In einem kleinen Zeitschriftengeschäft fand ich 1997 durch Zufall eine Ausgabe der Teddy & Co. Fasziniert davon, dass man Teddys auch selber nähen kann, kaufte ich die Zeitschrift sofort. Darin war ein Schnitt für einen Bären, der mir sehr gefiel und so fasste ich den Entschluss ihn zu nähen.

Können Sie sich noch an den ersten Teddy erinnern, den Sie selbst gemacht haben?
An den ersten Teddy kann ich mich noch sehr gut erinnern. Es war natürlich der Schnitt, der mir in meiner ersten Teddy & Co so gut gefallen hatte. Was die Beschaffung von Material betraf, lebte ich damals noch in der Steinzeit. Einen Internetzugang hatte ich noch nicht zur Verfügung und in den Bastel- und Stoffgeschäften meiner Region gehörten Bärenmaterialien 1997 noch nicht zum Standardsortiment. Nachdem ich alles aufgetrieben hatte, konnte es losgehen. Aus preiswertem Plüsch, Wildlederimitat, Plastikaugen, Sicherheitsgelenken und synthetischer Füllwatte entstand Teddybär Nr. 1. Bekleidet mit einer Häkelweste hat er seinen festen Platz auf dem Bett meiner Mutter gefunden.

Wieviele eigene Schnittmuster haben Sie schon entworfen?
Es sind ca. 8 Schnitte, die ich in verschiedenen Größen verwende und bei gleicher Größe gerne auch mal Teile miteinander kombiniere. Bin ich mit einem Schnittmuster zufrieden belasse ich es so. Ansonsten verändere ich es so lange bis das Ergebnis meinen Vorstellungen entspricht.

Bärenmacher-Porträt Sandra Wilß, Sawi-Bären

Mit welchen Größen und Materialien arbeiten Sie am liebsten?
Am liebsten verwende ich Alpaka oder Mohair in den unterschiedlichsten Farben und Längen. Für kleinere Bären und Tiere oder die Sohlen, Pfoten etc. bevorzuge ich Cashmere und High Pile, aber auch andere Ministoffe. Ausschlaggebend ist aber auch, wie sich Materialien verarbeiten lassen und welchen Schnitt ich verwende.

Haben Sie einen absoluten Lieblingsteddy? Falls ja, warum gerade diesen?
Den absoluten Lieblingsteddy gibt es nicht. Es wechselt je nachdem was ich gerade gefertigt habe. Das kann ein Bär sein, aber auch ein Elefant, Hase oder anderes Tier. Momentan ist es der ca. 23 cm große Hase Balthasar aus schwarzem und hellen Mohair.

Bärenmacher-Porträt Sandra Wilß, Sawi-Bären

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Teddys? Was inspiriert Sie?
Die Inspirationen für meine Teddys und Tiere können sehr vielfältig sein. Zum Beispiel können Teile einer schönen Schaufensterdekoration ebenso wie verschiedene Stoffe oder Accessoires dazu beitragen, neue Ideen zu entwickeln. Manchmal entscheidet sich auch am fertigen Objekt, ob die Idee umsetzbar ist. Es kommt auch vor, dass ich Ideen über längere Zeit im Kopf habe und dann sind ein Ereignis oder Familie und Freunde der Auslöser, es endlich umzusetzen.

Bärenmacher-Porträt Sandra Wilß, Sawi-Bären   Was sind Ihre persönlichen Stärken?
Ich bin ein sehr kreativer Mensch und probiere gerne neues aus. Dabei kommt mir meine große Geduld und das Talent, autodidaktisch zu lernen, zu gute. So habe ich mir unter anderem das Stricken und das Nähen mit der Nähmaschine selber beigebracht. Besonders stolz bin ich auf meine handwerklichen Fähigkeiten, die ich von meinem verstorbenen Vater habe und die mir erlauben Wippen, Schaukeln und anderes Zubehör für meine Bären selber herzustellen.

Sammeln Sie auch Teddys anderer Künstler bzw. bestimmter Firmen?
Direkt sammeln tue ich nicht. Von den Teddys, die bei mir eingezogen sind, habe ich mir nur einen gekauft. Die anderen Teddys habe ich durch Forumstauschaktionen oder als Geschenk bekommen. So kommen schon einige Teddys von unterschiedlichen Künstlerinnen zusammen.

Bevorzugen Sie traditionelle Teddys oder eher witzige und ausgefallene Exemplare?
Mir gefallen klassische, auf abgeliebt gemachte Teddys ebenso wie die ganz ausgefallenen mit dicken Bäuchen, langen Hälsen oder aus ungewöhnlichen Materialien. Der Gesichtsausdruck sollte zum Teddy passen und mich einfach ansprechen. Ein Teddy muss das Herz berühren, egal ob klassisch oder modern.

Was war bisher Ihr größter und kleinster Teddy, den Sie gemacht haben?
Der größte Teddy von ca. 40 cm entstand nach einem Fremdschnitt aus einer Teddyzeitschrift. Der kleinste ist ein von mir entworfener Miniteddy aus Cashmere mit Fadengelenken und misst 7 cm.

Was ist für Sie das Schönste am Bärenmachen?
Die Entspannung, die ich beim Nähen finde und dass man je nach Größe die Materialien gut mal in der Tasche mitnehmen kann. Auch der Moment, in dem der letzte Faden vernäht ist, ich ihn abschneide und ein fertiges neues Wesen begrüßen kann.

Nehmen Sie regelmäßig an Messen, Börsen, Wettbewerben teil?
Da ich sehr selbstkritisch bin und immer was an meinen Teddys oder Tieren auszusetzen habe oder diese noch verbesserungswürdig finde, habe ich noch nicht als Aussteller an einer Messe oder Börse teilgenommen. Vor ein paar Jahren nahm ich das erste Mal an einem Wettbewerb teil. Er wurde von der Teddy & Co. veranstaltet und das Schnittmuster konnte aus mehreren vorgegebenen Schnitten gewählt werden. Dieses Jahr habe ich einen Teddy zu einem Wettbewerb angemeldet.

Bärenmacher-Porträt Sandra Wilß, Sawi-Bären

Haben Sie bereits einen Preis gewonnen?
Einen Preis habe ich noch nicht gewonnen.

Haben Sie einen ganz persönlichen Traum in Bezug auf das Bärenmachen?
Die Fähigkeiten beim Fertigen von Teddys und Tieren zu verbessern und zu erweitern, um dann einmal an einer Börse oder Messe als Aussteller teilzunehmen.

Was möchten Sie anderen Bärenmachern / Bärenfans mit auf den Weg geben?
Man soll sich nicht gleich entmutigen lassen, wenn etwas mal nicht so gelingt. Je mehr man sich dann selber unter Druck setzt, umso ärgerlicher ist es, wenn es wieder nicht geklappt hat. Dann lieber mal die Arbeit aus der Hand legen und eine Pause machen, als die Freude am Bärenmachen zu verlieren.

Liebe Grüße von Sandra Wilß und den Sawi-Bären http://sawi-baeren.jimdo.com

Bildnachweis: (C) Sandra Wilß






 
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