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Bärenmacher(in) des Monats Februar 2011:

Heike Schöner


Bitte stellen Sie sich und Ihre Bären mit eigenen Worten vor.
Ich war 39 Jahre in Sachsen-Anhalt ansässig und bin im Jahr 2009 nach Iserlohn, ins schöne Sauerland, gezogen. Hier wohne ich mit meinen zwei jüngsten Kindern. Vor den Bären war Patchworken und Töpfern angesagt. Inzwischen jedoch haben mich die Bären im Griff. Ob aus Stoff, aus Mohair, gehäkelt oder gefilzt, Hauptsache Bär. Sie sind groß, mittel oder klitzeklein. Aber bis zum ersten Bären war es ein langer Weg, denn an die Bären habe ich mich lange nicht heran getraut, weil ich Angst vor dem Splinten hatte. Ich dachte, dass das etwas Hochwissenschaftliches ist.

Porträt Heike Schöner

Können Sie sich noch an Ihren ersten, selbst genähten Teddy erinnern?
Oh ja, mein erster Teddy ist Friedel, nach einem Schnitt von Karin Schneider. Friedel wird bei mir auch für immer bleiben und auch wenn ich es möchte, ich werde ihn nicht verbessern.

Wieviele eigene Schnitte haben Sie schon ungefähr entworfen?
Mit dem eigenen Entwerfen habe ich erst im April 2010 angefangen und seitdem etwa 15 ganz eigene Schnitte entworfen. Ich finde es enorm spannend, was aus dem gemalten Schnitt entsteht und ob es auch so wird, wie ich es möchte. Bevor ich jedoch
  Heute muss ich immer herzlich darüber lachen. Mit dem ersten Bären war es dann auch um mich geschehen, das Virus hat mich befallen und nicht mehr losgelassen. Seitdem entsteht immer und immer wieder ein Bärchen.

Wann haben Sie mit dem Bärenmachen begonnen?
Mein erster Bär entstand im April 2009. Ausschlaggebend dafür war mein Umzug. In meiner alten Heimat habe ich eine ganz liebe Bekannte, die schon lange immer mal einen Bären genäht hat. Sie hatte mir angeboten, mit ihr gemeinsam einen Bären zu fertigen. Mit diesen ersten Erfahrungen ausgerüstet habe ich mich fast vollständig den Bären gewidmet.

Porträt Heike Schöner

den Schnitt aufzeichne, ist er lange schon im Kopf entstanden. Oft kann ich dann auch Nachts nicht richtig schlafen, weil die Gedanken beim neuen Schnitt sind.

Mit welchen Größen und Materialien arbeiten Sie am liebsten?
Das ist wirklich sehr unterschiedlich. Angefangen habe ich ja mit Friedel, und der ist fast 50 cm groß, das allerdings ist nicht so meine Größe. Dann habe ich ganz viele Minis genäht, aber am allerliebsten mache ich die Bärchen von 15 bis 30 cm. Beim Material war es ein Entwicklungsschritt. Zuerst habe ich eher längeres Fell bevorzugt, aber mit der Zeit ist es immer kürzer geworden und ich liebe das kurze Fell. Ganz besonders mag ich Alpaka, leicht verfilztes Mohair oder auch Stoppelmohair.

Porträt Heike Schöner

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Teddys? Was inspiriert Sie?
Die Ideen für meine Bärchen kommen meist spontan. Meist kommen schon die nächsten Ideen, während ich noch einen anderen Bären in den Fingern habe. Es entsteht erst einmal alles nur im Kopf und
  Haben Sie einen absoluten Lieblingsteddy? Falls ja, warum gerade diesen?
Ich habe einen absoluten Lieblingsteddy, mein Anton. Er ist für mich ein ganz besonderer Bär, warum kann ich nicht mal richtig erklären. Aber als ich ihn gefertigt habe, war ich in einer ganz bestimmten Stimmung und er spiegelt diese Stimmung zurück. Mit seinem Blick schaut er mir mitten ins Herz, ich würde ihn um nichts in der Welt abgeben.

Porträt Heike Schöner

braucht dann noch ein paar Tage, ehe es auf dem Papier zu sehen ist. Oft inspirieren mich Trickfilme, Kinderbücher oder andere Zeichnungen, so bei meinem letzten Bären. Da hat mich ein Bärchen aus einem Kalender inspiriert.

Was sind Ihre persönlichen Stärken?
Wer mich kennt, der weiß, dass ich einen Hang zum Perfektionismus habe. Ob das eine Stärke ist, das weiß ich nicht. Aber ich gebe nicht eher Ruhe, bis es so ist, wie ich es mir vorstelle und haben möchte. Es geht bei der Vorbereitung schon los, ich nähe einen neuen Kopf z.B. niemals gleich aus Mohair. Zuerst wird mit altem Stoff probiert und gegebenenfalls so oft korrigiert, bis es so ist, wie ich es möchte.

Porträt Heike Schöner

  Sammeln Sie auch Teddys anderer Bärenmacher bzw. bestimmter Firmen?
Also sammeln direkt würde ich nicht sagen. Ich liebe es, Bärchen mit anderen Bärenmachern zu tauschen. Von daher habe ich doch schon so etwas wie eine kleine Sammlung.

Bevorzugen Sie traditionelle oder eher witzige und ausgefallene Teddys?
Sowohl als auch. Ich mag die Pekelbären genauso wie einen klassischen Vertreter. Ich probiere gerne aus und deswegen bin ich auch noch nicht bei den klassischen Bären angekommen, aber es reizt mich schon sehr.

Porträt Heike Schöner

Was war bisher Ihr größter und kleinster Teddy, den Sie gefertigt haben?
Der größte selbst genähte Bär ist mein Friedel mit seinen 49 cm und der kleinste Bär ist 5 cm, aber gefilzt.

Was ist für Sie das Schönste am Bärenmachen?
Das Schönste ist für mich die Entstehung, dieses „zum Leben erwecken“. Ich fertige immer zuerst den Kopf, der kommt dann in ein kleines Glas, so dass der Bär mir eigentlich schon zuschauen kann, wie sein Rest entsteht. Bärenmachen ist für mich ein Stück Seele baumeln lassen.

Porträt Heike Schöner

  Nehmen Sie regelmäßig an Messen, Börsen, Wettbewerben teil?
Ich hoffe, dass es ab diesem Jahr regelmäßig etwas wird mit den Messen und Börsen. Im Juni starte ich mit meinem ersten eigenen Stand in Sonneberg. An Wettbewerben habe ich schon öfter mal teilgenommen.

Haben Sie bereits einen Preis gewonnen?
Ich habe bisher 3 Preise gewonnen. Meinen ersten Preis bekam ich bei einem Onlinewettbewerb der Firma LouBear. Dort belegte ich den ersten Platz mit meinem Zimt. Dann habe ich mit meinem Anton letztes Jahr beim 7. Internationalen Teddy- und Puppenfest in Sonneberg in der Kategorie II den German Open Meisterbär gewonnen. Einen 3. Platz habe ich dann nochmal im letzten Sommer bei einem Onlinewettbewerb der Bärenfreunde Deutschland gewonnen.

Haben Sie einen ganz persönlichen Traum in Bezug auf das Bärenmachen?
Ich möchte meinen ganz persönlichen Traumbären erschaffen, mit allem Drum und Dran. Er soll ein offenes Mäulchen haben mit Zahnleiste und schöne einzelne Ballen und einfach nur perfekt sein, für mich perfekt.

Was möchten Sie anderen Bärenmachern / Bärenfans mit auf den Weg geben?
Das ist schwierig, denn jeder hat da so seine Eigenheiten. Man sollte seinen eigenen Weg gehen, egal wie groß manchmal die Hindernisse und Hürden sind. Mit einem Ziel vor Augen schafft man es sicher dorthin. Ich wünsche mir, dass es mehr Bärenmacher gibt, die nicht nur mit dem Strom schwimmen.

Bärige Grüße aus Iserlohn,
Heike Schöner

Homepage: www.kullerbaer.de


Copyright: Heike Schöner, Kuscheltier News



 
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