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Bärenmacher(in) des Monats November 2009:

Gabriele Höhnke und die Reigenbären


Bitte stellen Sie sich und Ihre Bären mit eigenen Worten vor.
Ich heiße Gabriele Höhnke, Baujahr 1953, verheiratet und drei erwachsene Söhne. Ich hatte schon immer ein Faible für Handarbeiten. Vom Korbflechten, Stoffdruck, Acrylmalerei bis zu Patchwork habe ich alles durchprobiert; selbst das "Kreative Schreiben" von Kurzgeschichten und Romanen hinterließ bei mir immer ein Gefühl der Unzufriedenheit.

Gabriele Höhnke, Reigenbären, Maxi und ihre Schwester, Schnitt von Birgit Elskamp   Ganz anders war es, als ich im Mai 2007 mit dem Bärennähen begann. Ich nähe von Hand, gemütlich in einem Sessel sitzend, höre Klassikradio dabei. Das ist fast wie Meditation. Meine "Reigenbären" sind lustige Gesellen, die einen Lachmund haben und freundlich in die Welt gucken. Jeder Bär hat einen Namen und gehört zur Familie.

Wann haben Sie mit dem Bärenmachen begonnen und was war der Anlass dafür?
Meine Mutter hatte bereits seit mehreren Jahren Teddys gefertigt und ich habe sie in Berlin zur Teddybärmesse begleitet, weil ich selbst Bären über alles liebe und mir schon seit meiner Kindheit Teddybären das Liebste waren.

Anlässlich der 10. Bärenmesse gab es eine Tombola, bei der ich eine Bastelpackung gewonnen habe. Meine Mutter wollte mir diesen Bären nicht nähen. Ich sollte das selbst tun, traute mich aber nicht. Einige Monate blieb die Packung unberührt liegen, aber dann nahm mich meine Mutter unter ihre Fittiche und ließ mich nähen. Das Ergebnis war ganz ordentlich und hat mich dann auch infiziert. Ich wollte mehr Bären nähen. Wie schon erwähnt, habe ich im Mai 2007 mit dem Bärennähen begonnen.

Können Sie sich noch an den ersten Teddy erinnern, den Sie selbst gefertigt haben?
Mein erster Bär (die oben bereits beschriebene Bastelpackung) ist ein 15 cm großer, sehr schlanker Bär mit Schnauzeneinsatz. Es war eine echte Herausforderung, die ich damals ohne Hilfestellung wohl nicht bewältigt hätte.

Gabriele Höhnke, Reigenbären, Teddy Otto, veränderter Teddycollege Schnitt 2009   Wieviele eigene Schnitte haben Sie schon ungefähr entworfen?
Ich habe jetzt den dritten eigenen Schnitt gerade in Arbeit. Mein erster Schnittbär ist zwar 30 cm groß, aber sehr schlank geraten. Ich liebe mehr die pummeligen Bärchen. Der zweite Schnittbär ist ein klassischer Bär, der auch recht mager aussieht. Aber beim dritten Versuch sieht der Bär nun so aus, wie ich es mir dachte.

Mit welchen Größen und Materialen arbeiten Sie am liebsten?
Bären, die zwischen 20 und 30 cm groß sind, finde ich sehr handlich und gut zum Knuddeln geeignet. Ich verarbeite am liebsten Alpaka und langfloriges Mohair.

Haben Sie einen absoluten Lieblingsteddy? Falls ja, warum gerade diesen?
Ich habe einen wirklich guten Freund, einen Hermann-Teddy aus den 60er Jahren. Seinen Vorgänger, den ich in Kinderjahren geschenkt bekam, verschenkte ich an arme Kinder weiter,

als ich 20 wurde und meinte, ich wäre zu alt für einen Teddy. Er hat mir immer fehlt. Zum Glück gab es Fotos von ihm. Mit einem solchen Foto ist mein Mann ein Jahr nach unserer Hochzeit in einen Spielwarenladen am Kurfürstendamm gegangen und hat den Bären per Katalog bestellt. Ostersamstag ist dann der Bär angekommen und hat sich mit einer langstieligen, roten Rose bei mir vorgestellt. Mein Brummel sieht wirklich so aus, wie der Bär meiner Kindheit.

Gabriele Höhnke, Reigenbären, Teddy Felix, veränderter Schnitt des Teddycollege Bären 2009

  Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Teddys? Was inspiriert Sie?
Ich schaue mir gerne Bilder von echten Bären an und zeichne innerlich den Schnitt auf. Dabei geht es mir auch um die Produktion eines echten Bären, aber mitunter inspirieren auch die echten Bären zu phantasievollen Geschöpfen.

Was sind Ihre persönlichen Stärken?
Wenn ich dem Urteil anderer Bärenmacherinnen vertraue, liegt meine Stärke bei den ausdrucksvollen Gesichtern der Bären.

Sammeln Sie auch Teddys anderer Künstler bzw. bestimmter Firmen?
Ich liebe die Bären von Hermann-Teddy und leiste mir hin und wieder mal einen.

Bevorzugen Sie traditionelle Teddys oder eher witzige und ausgefallene Exemplare?
Meine bisherigen Bären lassen sich eher zu den traditionellen Bären einordnen. Ich schließe aber für die Zukunft nicht aus, dass ich auch mal ausgefallene Exemplare entwerfen werde. Ich bin da ganz offen für neue kreative Ideen.

Was war bisher Ihr größter und kleinster Teddy? Was ist für Sie das Schönste am Bärenmachen?
Der größte Bär ist 35 cm und der kleinste 10 cm groß.
Es ist die Ruhe und die Zeit, die ich mir nehmen muss, um sorgfältig arbeiten zu können. Das tut auch meiner Seele gut, wenn ich innerlich entspannt an die Arbeit gehe. Zudem mag ich das Schnittzeichnen sehr. Mir gefällt das Ausprobieren neuer Schnitte, bis ich das Ergebnis habe, was mir gefällt.

Gabriele Höhnke, Reigenbären, zwei Bastelpackungen von ProBär   Nehmen Sie regelmäßig an Messen, Börsen, Wettbewerben teil?
Bisher habe ich noch nicht an Messen, Börsen oder Wettbewerben teilgenommen. Ich möchte mein Handwerk noch vervollkommnen. Da es jetzt mit den eigenen Schnitten auch klappt, denke ich, dass ich vielleicht in 1 bis 2 Jahren es doch mal wage und mich zu einem Wettbewerb anmelde.

Haben Sie bereits einen Preis gewonnen?
Bisher noch nicht.

Haben Sie einen ganz persönlichen Traum in Bezug auf das Bärenmachen?
Ich möchte das Bärenmachen zum Beruf machen. Zur Zeit sehe ich mich als Lehrling, der noch vieles ausprobieren muss, um seinen ganz eigenen Weg zu finden. Aber ich denke, dass es mir Freude macht, wenn ich meine eigenen Entwürfe umsetze und meinen persönlichen Stil entwickle.

Was möchten Sie anderen Bärenmachern / Bärenfans mit auf den Weg geben?
Nur nicht zaghaft sein vor neuen Bereichen im Bärenmachen, speziell die Schnittentwicklung oder auch das Überfilzen von Schnauzen und anderes mehr.

Man muss es erlernen und umsetzen. Es klappt vielleicht nicht gleich beim ersten Mal, dann aber irgendwann. Nur Mut!

Viele Grüße, Gabriele Höhnke
www.reigenbaeren.tk

Bildnachweis / Copyright: Gabriele Höhnke






 

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Gabriele Höhnke, Reigenbären, Teddy Heiner, eigener Schnitt
Teddy Heiner
(eigener Schnitt)


Gabriele Höhnke, Reigenbären, Panda Li, selbst veränderter Teddycollege Schnitt
Pandabär Li
(veränderter Teddycollege Schnitt)


Gabriele Höhnke, Reigenbären




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