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Bärenmacher(in) des Monats Oktober 2010:

Christiane Leis (Chrisly-Bären)


Bitte stellen Sie sich und Ihre Bären mit eigenen Worten vor.
Mein Name ist Christiane Leis und ich lebe mit meiner Familie und einem Stubentiger am Rande des Pfälzer Waldes.

Bärenmacher-Porträt Christiane Leis   Wann haben Sie mit dem Bärenmachen begonnen und was war der Anlass dafür?
Etwa vor zehn Jahren hatte sich meine damals noch kleine Tochter in einen Marionettenbär von Hermann verliebt. Sie wünschte sich nichts sehnlicher als diesen Bären. Da dieses Exemplar sehr teuer war und wohl kaum für kleine Kinder zum Spielen gedacht war, brauchte ich eine Alternative. Da ich schon immer kreativ war, nahm ich dieses Projekt selbst in Angriff, besorgte alles nötige und legte los.

Heute würde ich zwar vieles ganz anders machen, aber für den ersten Bären wurde er ganz ordentlich und eroberte das Herz meiner Tochter. Bei der nächsten Kreativausstellung, die ich regelmäßig für meine anderen Hobbies besuchte, kaufte ich mir noch einen Schnitt (ich hatte ja noch etwas Stoff übrig) einen

anderen Mohairrest, Augen - und das Bärenfieber nahm von mir Besitz. Ich wehrte mich nicht sonderlich, da ich schon als Kind Bären liebte und mein Lieblingsbär noch immer ein Ehrenplätzchen hat.

Wieviele eigene Schnitte haben Sie schon entworfen?
In der Zwischenzeit habe ich etwa 50 Schnitte der unterschiedlichsten Art entworfen. Klassische Bären, freche Kerlchen oder Naturtiere.

Bärenmacher-Porträt Christiane Leis, Chrisly-Bären   Mit welchen Größen und Materialien arbeiten Sie am liebsten?
Die Größe der von mir entworfenen Bären bestimmt die Idee. Soll es ein offenes Mäulchen mit eingesetzten Zähnen sein, wird das Kerlchen mindestens 20 cm hoch. Ein Mäuschen dagegen etwa 8 cm.

Haben Sie einen Lieblingsteddy?
Einen absoluten Lieblingsteddy habe ich nicht, denn hinter all meinen Teddies und Tieren steht eine Geschichte, ein liebevolles Detail und viel Liebe und Zeit bei der Entstehung.

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Teddys? Für meine Naturtiere bekomme ich die Inspiration von den natürlichen Vorbildern. Bei meinem West Highlander war der Wunsch einer Dame, die ihren echten Hund verloren hatte, die Inspiration. Bei den Katzen meine eigene Vorliebe für diese bezaubernden Geschöpfe mit ihren Eigenarten und mein erster Braunbär entstand nach dem Besuch des Alternativen Bärenparks Worbis. Bei den Teddies mache ich mir vorher Gedanken, was für ein Typ es sein soll: klein und frech oder ein süßes Baby? Manchmal habe ich eine zündende Idee oder es ist ein Wunsch einer Kursteilnehmerin von mir, den ich zuerst in Notizen, dann in Skizzen festhalte.

Was sind Ihre persönlichen Stärken?
Zu meinen Stärken gehört definitiv Ausdauer! Wenn mal was nicht so wird, wie ich mir das vorstelle, arbeite ich so lange daran herum, bis es so wird. Geht nicht, gibt’s nicht. Außerdem habe ich ein gutes Vorstellungsvermögen. Das kommt mir bei der Schnittentwicklung sehr zu Gute. Da ich viel-
seitige künstlerische Hobbies habe (vom Seidenmalen und Schmuckgestaltung bis hin zu Holzdekorationen), kann ich Materialien und Techniken gut ins Bärenmachen einbringen.

Bärenmacher-Porträt Christiane Leis, Chrisly-Bären

Sammeln Sie auch Teddys anderer Bärenmacher bzw. von Firmen?
Teddybären anderer Künstler sammle ich nicht. Ich besitze aus Kindheitstagen ein paar Steiff-Tiere und meinen alten, liebgewonnenen Teddybären.

Bevorzugen Sie traditionelle oder ausgefallene Teddies?
Ich entwerfe Teddybären der unterschiedlichsten Art, vom klassischen Teddy bis zum Frechdachs. Meine Vorliebe gehört allerdings eher den frechen und witzigen Bären. Fast alle meine Bären / Tiere haben offene Mäulchen in den verschiedensten Techniken.

Bärenmacher-Porträt Christiane Leis, Chrisly-Bären   Was war bisher Ihr größter und kleinster Teddy?
Mein kleinster Teddy mißt stehend stolze 7 cm und mein Größter 55 cm.

Was ist für Sie das Schönste am Bärenmachen?
Das Schönste am Bärenmachen ist für mich die Gesichtsgestaltung, dem kleinen Kerl sozusagen „Leben“ einhauchen. Mit der Augenposition spielen, die Ohrenposition verändern, bis der Ausdruck, den ich erwecken wollte, stimmt.

Nehmen Sie regelmäßig an Messen, Börsen, Wettbewerben teil?
Seit einigen Jahren nehme ich an Kunsthandwerksmärkten der Region teil, auch auf der Teddybär Welt in Wiesbaden bin ich seit ein paar Jahren vertreten.

Haben Sie einen ganz persönlichen Traum in Bezug auf das Bärenmachen?
Mein Wunsch wäre es, noch viele Naturtiere zu entwerfen, die ihren Vorbildern gerecht werden.

Haben Sie bereits einen Preis gewonnen?
Ich habe schon erfolgreich am Ted-Worldwide teilgenommen (1. Preis für „Moritz“, den Kater und anderen Nominierungen), sowie an Wettbewerben bei „Teddy & Co“ (Tagespreis für meinen Maler), 3. Platz bei dem Wettbewerb „Bärige Paare“ mit Susi und Strolch in der Kategorie Künstler, sowie Platzierungen unter den ersten Fünf bei anderen ausgeschriebenen Wettbewerben.

Bärenmacher-Porträt Christiane Leis, Chrisly-Bären   Was möchten Sie anderen Bärenmachern bzw. Sammlern mit auf den Weg geben?
Teddybären und Tiere zu nähen ist ein wunderschönes Hobby. Es unterstützt die Kreativität und fördert das handwerkliche Geschick. Man lernt mit der Herausforderung und wird mit dem Stolz über den gefertigten Bären, sowie dem Lächeln der Betrachter belohnt. Hinter jedem Teddy steckt sehr viel Arbeit, Zeit und Liebe zum Detail. Das sollte der Bärenmacher sowie der Sammler berücksichtigen.

Bärige Grüße,
Christiane Leis

www.chrisly-baeren.de


Bildnachweis / Urheberrecht: Christiane Leis






 
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