Bitte stellen Sie sich mit eigenen Worten
Ich heiße Burgi Gritzner, bin 42 Jahre alt, verheiratet (2 Söhne, 21
und 18 Jahre) und lebe mit meiner Familie in Villach, einer Stadt in Kärnten Österreich. Meine
3 Männer nennen meine Bären liebevoll "Britzibären".
Wann haben Sie mit dem Bären machen begonnen und was war der Anlass?
Mein größtes Hobby ist das Stricken. Angefangen habe ich, als die Kinder klein waren. In dieser
Zeit entstanden sehr viele Pullis mit lustigen Motiven. Eines Tages bekam ich eine uralte Strickmaschine
geschenkt. Als meine Söhne größer wurden und die selbst gestrickten Pullis nicht mehr
"in" fanden, bekam ich von einer Freundin ein Buch über selbst gestrickte Bären, mit der Frage, ob
es möglich wäre, einen Teddybären mit Tracht zu stricken. Das war im Juli 2001.
Engel
Gärtner
So hat alles begonnen und es machte mir so großen Spaß und Freude, dass immer neue
Bären entstanden. Zuerst beschenkte ich meine ganze Familie mit den Bären, dann folgten
erste Aufträge.
Können Sie sich noch an den ersten Teddy erinnern, den Sie selbst gefertigt haben?
Mein erster selbst gestrickter Bär war aus braunem Baumwollgarn und ca. 25 cm
groß. Die Arme und Beine waren sehr locker am Körper angebracht und wackelten, wie bei einem
Kasperl. Die Augen waren aufgestickt. Angezogen war er mit einer gestrickten, weißen
Lederhose und einer weißen Jacke mit roten Herzen drauf.
Mit welchen Größen und Materialen arbeiten Sie am liebsten?
Meine bevorzugten Materialien sind: 100 % reine Schurwolle, Mohairwolle und buntes
Fransengarn. Durch die unterschiedlichen Wollstärken entstehen verschiedene Größen.
Je dünner die Wolle, desto kleiner der Bär und umgekehrt. Die Größen bewegen sich zwischen
ca. 12 cm und ca. 30 cm. Mein größter Bär war allerdings ca. 45 cm groß und war mit einem
Harley-Dress gekleidet. Der Kleinste war bisher ca. 10 cm groß. Besondere Bären entstehen
durch das Fransengarn, die dadurch wie richtige Fellbären aussehen. Ich nenne sie daher
"Zotteli".
Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Teddys? Was inspiriert Sie?
Inspiriert zu meinen Ideen werde ich sehr oft durch zufällig entdeckte
Accessoires, die dann einen dazu passenden Bären erhalten. Oftmals auch durch besondere Anlässe. Sei
es ein Geburtstag oder ein besonderes Ereignis, wie z.B. das Verreisen von Freunden. Der
dazu entstandene "Schotte" ist zur Zeit auch mein Lieblingsbär.
Schotte und Hochzeitspaar
Im Laufe der Zeit entstanden daher immer neue "Themenbären". Angefangen beim Baby, Hochzeitspaar, Trachtenpaar,
Krankenschwester, Rauchfangkehrer, Wanderer, Schneewittchen und die 7 Zwerge, Angler, Fußballer, Engel, Weihnachtsmann,
Pirat, Indianer, Pilot, und so weiter. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Was sind Ihre persönlichen Stärken?
Meine Stärken liegen darin, dass ich sehr kreativ und "konstruktiv unzufrieden" bin, d. h. ich versuche
ständig, meine Bären zu verbessern. Ich besitze Geduld und Ausdauer, die man beim Stopfen
der Wollteile, besonders des Kopfes, benötigt, um einen "bärigen" Kopf und Körper zu
erhalten. Es steckt auch sehr viel von meiner Person in den Bären.
Zotteli
Opa
Sie haben ab und zu einen grimmigen Ausdruck (vermutlich hat mich etwas "geärgert").
Weiterhin wird die gesamte Kleidung gestrickt (es gibt nur 2 Ausnahmen: Kochhaube und Kochschürze werden genäht).
Auch wenn ein Themenbär mehrmals gestrickt wird, sind alle Bären Unikate. Keiner wird gleich.
Wieviele eigene Schnitte haben Sie schon ungefähr entworfen?
Die größte Herausforderung beim Stricken der Bären war zu Beginn die Abänderung der Anleitung zum
Handstricken in eine für das Maschinenstricken. Schnitte, im eigentlichen Sinn, für jedermann
geeignet, entwerfe ich nicht, da ich die Anleitung in Abhängigkeit der verwendeten Wolle abändere.
Die Merkmale meiner Bären sind: kurze runde Schnauze, nicht zu lange Arme und Beine, ein etwas
rundlicher Körper.
Was ist für Sie das schönste am Bären machen?
Das Stricken und Ausfertigen der Bären bedeutet für mich: Spaß, Freude, Entspannung, Erholung
vom Arbeitsstress, Zeit zum Nachdenken, geistige Herausforderung.
Nehmen Sie regelmäßig an Messen, Börsen, Wettbewerben teil?
Meine Bären stelle ich bei der Puppen- und Teddybärenausstellung in Seeboden/Millstätter
See und bei Handwerksausstellungen aus. Ich habe noch an keinem Wettbewerb teilgenommen.
Sammeln Sie auch Teddys anderer Künstler bzw. bestimmter Firmen?
Ich sammle keine bestimmten Künstlerbären oder Bären bestimmter Firmen. Besitze aber
einige Bären, die mir besonders gut gefallen. Meinen Bär aus Kindheitstagen besitze ich noch.
Trachtenbär, Pilot und Pirat
Haben Sie einen ganz persönlichen Wunschtraum in Bezug auf das Bären machen?
Mein größter Wunsch in Bezug auf das Bärenmachen ist, dass ich alle meine zukünftigen Ideen in
tolle Bären umsetze und weiterhin den Beschenkten damit viel und lange Freude bereite.
Ich möchte den Menschen mit meinen Bären Freude und Lachen schenken. Es gibt nichts
Schöneres, wenn man die Leute beobachten kann, wie sie auf die unterschiedlichen Bären reagieren.
Mein schönstes Erlebnis hat mir ein Blinder beschert. Obwohl er die Bären nur ertasten konnte, hat er
einen "Zotteli" gekauft, weil sich dieser für ihn total warm und kuschelig anfühlte. Oder wenn
Kinderaugen zu leuchten beginnen, wenn sie einen Teddybär in die Hand nehmen und diesen ganz fest
an ihr Herz drücken.
Oder wenn Menschen nach längerer Zeit erzählen, dass sie mit meinen Bären noch immer eine
große Freude haben. Das sind die kleinen Dinge, die mich darin bestätigen, mit meinen
gestrickten Bären weiterzumachen.
Was möchten Sie anderen Bärenmachern / Bärenfans mit auf den Weg geben?
Den Bärenmachern wünsche ich, dass sie mit viel Liebe, Freude und Spaß weiterwerkeln und ihren
eigenen Stil beim Bärenmachen beibehalten. Den Bärenfans wünsche ich viel Spaß und Freude mit den einzelnen
Bären. Sie mögen für sie weiterhin Freunde oder auch kleine Seelentröster sein.