Bitte stellen Sie sich mit eigenen Worten vor.
Mein Name ist Andrea Albrecht und ich lebe in Cottbus. Neben meinem Job habe ich so einige Hobbys,
wobei das Bärennähen zu meiner liebsten Freizeitbeschäftigung geworden ist. Meine Bären hören
allesamt auf den Namen Lausebären. Der Name entstand in Anlehnung an die Lausitz, unsere
Region hier, aus der die Bärchen stammen. Sie sind richtige Schmuser doch manchmal
kommen auch schon kleine Frechlinge raus, die einen Streich nach dem anderen aushecken.
Echte Lausitzer Lauser also! Die Bärchen haben schon ein bewegtes Leben hinter sich. Es
dauerte eine ganze Weile, bis sie sich das erste Mal im Internet präsentieren durften, sie waren
schon in der regionalen Presse und sogar im Fernsehen gab es einen kleinen Beitrag über sie.
Victoria
Lotte
Wann haben Sie mit dem Bären machen begonnen und was war der Anlass?
Ich habe vor ca. 2,5 Jahren mit dem Bärenmachen begonnen. In einem Katalog bin ich über eine
Bastelpackung für einen Bären gestolpert. Der war aber schon fertig genäht und musste nur noch
ausgestopft werden. Das war mir ein bisschen wenig. Ich wollte selbst einen Bären nähen. Also
los, in einen gut sortierten Zeitschriftenhandel. Wenn es für Stricken, Stopfen, Puppen und Co.
Zeitungen gab, musste es da doch auch etwas über Teddybären geben?! Und so wurde ich fündig,
in der einschlägig bekannten Fachlektüre für Bärenmacher gab es viele schöne Schnittmuster und
Tipps, wo man sich mit den notwendigen Materialien eindecken kann. So war der Weg zum ersten eigenen Bären nicht
mehr weit.
Können Sie sich noch an den ersten Teddy erinnern, den Sie selbst gefertigt haben?
Klar, ein brauner Geselle mit treuem Blick, der einen Ehrenplatz bei mir hat und immer haben wird.
Ist ja schließlich der Erste!
Wie viele eigene Schnitte haben Sie ungefähr schon entworfen?
Bis jetzt sind etwa fünf Grundschnitte für Bären entstanden und dann noch ein Igel-,
Hasen- und ein Katzenschnittmuster.
Zu allen gibt es natürlich Abwandlungen und Variationen.
Mit welchen Größen und Materialen arbeiten Sie am liebsten?
Momentan bevorzuge ich kleinere Bären bis 15 cm, gern auch mit offenem Mäulchen. Das habe ich
gerade für mich entdeckt. Die Bärchen lachen dann so fröhlich und schelmisch in die Welt. Für
diese kleineren Bären benutze ich gern Teddyplüsch. Aber auch Mohair ist ein tolles Material, was
ich eher für etwas größere Bäreneinsetze. Auf jeden Fall sollte das Fellchen schön dicht und kuschelig
sein.
Haben Sie einen absoluten Lieblingsteddy? Falls ja, warum gerade diesen?
Ich habe einen alten Bären, den ich von einem Dachboden geholt habe. Dieser Bär ist etwas ganz
besonderes! Bei meinen eigenen Bären wechselt der "Liebste" immer mal. Das liegt daran, dass
ich mich auf keine spezielle Art von Bären festlegen möchte. Die Lausebären sind recht vielseitig
und so kommt es immer wieder vor, dass gerade ein anderer Bär hoch im Kurs steht.
Chris & Rob / Blacky
Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Teddys? Was inspiriert Sie?
Viele Ideen kommen aus meinem direkten Umfeld, beim Blättern durch den Materialkatalog,
aus Anregungen von Bekannten oder es kommen spezielle Nachfragen: kannst du
nicht mal ..., wäre es nicht auch möglich...? Oft gehen mir so viele Ideen durch
den Kopf, dass ich gar nicht hinterher komme, sie in die Realität umzusetzen.
Gerade die verschiedenartigen Plüschmaterialien inspirieren mich immer
wieder, dann kann der Bär einfach nur genau so werden und nicht anders.
Oft ist die nächste Materialbestellung für ein Folgeprojekt schon auf dem Wege, bevor der Vorgängerbär
überhaupt fertig gestellt ist.
Der erste Selbstgenähte
Bob
Sammeln Sie auch Teddys anderer Künstler bzw. bestimmter Firmen?
Nein, bis jetzt ist noch kein kleiner Geselle von anderen Bärenkünstlern
bei mir eingezogen. Was aber auch daran liegt, das es soviele wundervolle
Teddys gibt und ich ja nicht jeden mit nach Hause nehmen kann.
Es gab da mal einen kleinen Bären von einer lieben Bärenmacherkollegin,
den ich absolut ins Herz geschlossen hatte und auch immer regelmäßig auf seiner
Homepage besucht habe. Aber ich zögerte zu lang und als ich mich endlich entschlossen hatte,
ihn zu erwerben, wurde er mir quasi vor der Nase weg adoptiert ... nun ja, es war
Vorweihnachtszeit.
Bevorzugen Sie traditionelle Teddys oder sollten es auch mal witzige und ausgefallene Exemplare sein?
Ich nähe eher "moderne" Künstlerbären, wobei sich auch schon ab und an ein Antikbär unter
meine Bären verirrt hat. So ganz ausgefallene Exemplare sind nicht mein Fall, obwohl es auch
ganz tolle, lustige Kreationen gibt, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Momentan orientiere ich mich auch in Richtung Naturbären, das ist eine neue Herausforderung.
Albärt
Was war bisher Ihr größter und kleinster Teddy, den Sie gefertigt haben?
Mein größter Bär misst stolze 40 cm und die Kleinsten der Lauser sind zwischen 10 cm und
15 cm groß. Der Allerkleinste ist Leo Löwenherz mit nur 9,5 cm.
Was ist für Sie das schönste am Bären machen?
Wenn einem am Ende ein kleines Wesen in die Augen schaut, das eine richtige Persönlichkeit
geworden ist. Jeder Bär hat seine eigene Ausstrahlung und seinen eigenen Charakter, der erst am
Ende richtig erkennbar wird. Kein Bär ist wie der andere und es gibt immer wieder lustige Überraschungen.
Cäcilie
Morgane
Nehmen Sie regelmäßig an Messen, Börsen, Wettbewerben teil?
Messeerfahrung konnte ich bis jetzt noch nicht sammeln. Aber ich habe mir fest
vorgenommen, meine Bären in diesem Jahr der breiten Öffentlichkeit
zu präsentieren. Als Einstieg habe ich die Teddybärlinale in Berlin ins Auge
gefasst. Jedes Jahr reiche ich ausgewählte Bärchen bei Wettbewerben ein, wo
sie sich der zahlreichen Konkurrenz von tollen Bären stellen können. Mitgemacht
habe ich schon beim "TED worldwide", dem "Gläsernen Teddybär" und dem "Goldenen
George" - Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg, aber man kann ja nicht immer gewinnen.
Haben Sie bereits einen Preis gewonnen?
Mein Bär "Bob" hat beim TED worldwide 2006/2007 in seiner Kategorie: "Hobbyist -
Design Variation undressed" den ersten Platz belegt. Das war eine
große Überraschung und ich habe mich sehr gefreut, da ich ihn mehr oder weniger auf gut Glück
eingereicht hatte und nicht wirklich daran dachte, überhaupt nominiert zu werden. Meine
Familie war aber begeistert und von Bob's "Qualitäten" überzeugt und so durfte er dann teilnehmen.
Er hat sich gegen die schwere Konkurrenz durchgesetzt. Dann gibt es da noch "Charmy",
der beim "Gläsernen Teddybär 2007" von Kuscheltier News den achtbaren vierten Platz erobern
konnte.
Haben Sie einen ganz persönlichen Wunschtraum in Bezug auf das Bären machen?
Dass ich nie den Spaß daran verliere und immer neue Ideen habe. Nichts
ist schlimmer als Stillstand und ich möchte auch nicht immer bei der
gleichen "Bärenmarke" bleiben. Abwechslung und neue Kreationen sind viel anspruchsvoller,
als altbewährte Modelle abzuwandeln oder nur anders anzukleiden. Ich
wünsche mir, dass meine Bärchen anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und
ein gutes Gefühl geben.
Andrea Albrecht
Was möchten Sie anderen Bärenmachern / Bärenfans mit auf den Weg geben?
"Zeigt her Eure Bären, ... zeigt her ....". Man sollte nicht mit seinen Lieblingen hinter dem Berg halten.
Es ist wirklich erstaunlich, wie begeistert und liebevoll andere auf die Bärchen reagieren und man ist
überrascht über die Breite der Resonanz. Seid nicht schüchtern und beteiligt Euch an den Wettbewerben, wer
nicht wagt, der nicht gewinnt!