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Bärendoktor Porträt: Bärenwerkstatt Ulrike Bühning

Teil 2


Diese Rekonstruktion war wohl einer der emotionalsten Fälle, aber der schwierigste Patient war ein alter, sehr gut erhaltener Steiff-Teddybär, dessen Überreste in einer großen, blauen Mülltüte eingeliefert wurden, so sehr hatte ihm ein wütender Pitbull zugesetzt. Ulrike Bühning: "Bauch, Bein und Gesicht wurden in daumennagelgroße Stücke zerlegt, der Holzwollkörper zerfledert und die Gelenkscheiben zerbissen. Wären nicht Arme und Beine gewesen, man hätte nicht gewusst, wo vorne und hinten ist. Eine mühevolle Kleinarbeit begann - ein solches Puzzle hatte ich noch nie zu lösen gehabt. Erschwert wurde das ganze noch dadurch, daß der Hund die meisten Stücke auch noch gekaut hatte. Über Wochen habe ich immer wieder Stück für Stück zugeordnet, bis keines mehr übrig war. Dabei stellte sich auch wider Erwarten heraus, dass der Hund keines der Stücke gefressen hatte. Bis auf wenige zerstörte kleine Stellen war alles komplett und konnte von mir auf einen neutralen Unterstoff genäht werden. Schwierig und zeitaufwendig war die Fixierung der Risskanten, aber auch das war möglich. Der Bär konnte gerettet werden und erstrahlte wieder im neuen (alten) Glanz. Wer den Schaden nicht vorher gesehen hatte, konnte ihn später eher fühlen als sehen."

Bärendoktor, Bärenwerkstatt Ulrike Bühning   Immer wieder sind Ulrike Bühnings Fertigkeiten in dringenden Notfällen gefordert, wobei weniger "das Leben" des Plüschpatienten im Vordergrund steht, sondern ein Mensch. Die Bärendoktorin erzählt von der eiligen Rekonstruktion eines Hundekopfes:

"Der Hund gehörte einem Jungen, der im Hospiz bis zum Tod gepflegt wurde. Wie mir erzählt wurde, war die einzige Freude des Jungen das Fühlen der weichen Hundeohren mit seinem Gesicht, weil er zu nichts anderem mehr fähig war. Der Stoff des Hundekopfes war aber schon so abgenutzt, dass die Füllung an vielen Stellen hervortrat und weich war der Stoff auch nicht mehr. Den Kopf habe ich mit sehr weichem Velourstoff ersetzt und ich hoffe, dem Jungen noch ein paar schöne Momente damit bereitet zu haben."

Bei der Reparatur legt Ulrike Bühning großen Wert auf die Wiederherstellung des Originalzustandes. Man darf zwar sehen, dass eine Reparatur ausgeführt wurde, aber die eigentliche Optik darf hierdurch nicht verfremdet werden. Rekonstruktionen werden grundsätzlich nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden ausgeführt, wobei ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass es sich nachher nicht mehr um dasselbe Originalteil handelt, sondern um einen Nachbau mit neuen Materialien. Ob sich eine Reparatur in den einzelnen Fällen noch lohnt, ist die Entscheidung des Kunden, ist dies doch auch eine Frage des Geldbeutels und ideellen Wertes. Oft wird ein reparierter, alter Bär zum Geschenk für Geburtstag, Weihnachten oder zum Hochzeitstag.

Bärendoktor, Bärenwerkstatt Ulrike Bühning

Wenn Sie mehr über Ulrike Bühning und die Bärenwerkstatt in Krefeld erfahren möchten, finden Sie auf ihrer Website umfassende Informationen:

www.baerenundmehr.de

Info-Telefon 0172-1814631

Bildnachweis: © Ulrike Bühning

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