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Bärendoktor Porträt: Bärenwerkstatt Ulrike Bühning

Reparatur und Rekonstruktion von Stoffpuppen und Plüschtieren aller Art


Ulrike Bühning entdeckte das Hobby Bärenmachen vor circa 10 Jahren durch puren Zufall, als ihr in der Buchabteilung eines Kaufhauses eine Bastelpackung für einen Plüschbären sozusagen zu Füßen lag. Da Ulrike Bühning Handarbeiten schon immer mochte und die Bastelpackung günstig zu haben war, wanderte diese in ihren Einkaufskorb und im Laufe des Abends und der halben Nacht entstand Teddy Anton. Dieser Bär konnte zu jenem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass er der Urvater unzähliger Teddybären und anderer Gesellen sein würde. Genauso wenig ahnten er und seine Bärenmama etwas von der späteren Internetpräsenz www.baerenundmehr.de, der Bärenwerkstatt und dem zugehörigen Laden in Krefeld, in dem der Teddyfreund heute u.a. Bären bekannter Firmen, handgefertigte Bären und Bärenmacher-Zubehör findet.

Bärendoktor, Bärenwerkstatt Ulrike Bühning   Der erste Plüschpatient wurde ausgerechnet am Tage der Eröffnung der Bärenwerkstatt im Jahre 2000 in die Bärenklinik eingeliefert, und wäre im Trubel der Feierlichkeiten und bei der Menge der Besucher an diesem Tag fast verloren gegangen. Erst am Abend kam Ulrike Bühning dazu, den arg mitgenommenen, alten Bären zu begutachten. Zahlreiche Liebesbeweise des Besitzers und der Zahn der Zeit hatten dem Fell und dem Unterstoff arg zugesetzt, und das

morsche Gewebe musste sorgfältig unterlegt und übernäht werden. Das Ergebnis war nicht perfekt, ließ sich aber sehen. Der Kunde war zufrieden und schloss seinen kleinen Liebling selig in seine Arme und erfreute sich an den neuen Knopfaugen des Bären.

Seit dieser Zeit werden regelmäßig kleine und große Patienten eingeliefert oder aus dem deutschspachigen EU-Raum per Paketdienst zugestellt. Die Reparatur oder Rekonstruktion von Stoffpuppen und Plüschtieren jeglicher Art ist somit zur Hauptarbeit der Bärenwerkstatt geworden.

Bärendoktor, Bärenwerkstatt Ulrike Bühning
Teddybär aus Seidenplüsch aus den 1970er Jahren

Ein Auftrag ist Ulrike Bühning besonders in Erinnerung geblieben: "Vor Jahren kam eine alte Dame mit einem alten, gelben Teddybären in den Laden. Sie erzählte wie dieser Teddy sie durch den Krieg und ihre Jugendzeit, dann durch ihre Ehe und später weiter durch ihr Alter begleitet hatte. Der Teddy trug deutliche Spuren dieses offensichtlichen Leidensweges. Auf dem Bauch ein Blutfleck aus dem Krieg; Schokoladenflecken aus den kurzen Jahren der Jugend und Kaffee- und Brandflecken sowie einen abgerissenen Arm als Zeugnis einer gescheiterten brutalen Ehe. Der allgemeine Haarverlust zeigte auch deutlich langes Drücken und Streicheln des stummen geduldigen Freundes in all diesen Jahren. Die alte Dame wollte keine Reparatur. Sie machte den Eindruck, als wolle sie etwas ungeschehen machen und ihren Frieden mit den Unbilden des Lebens schließen. Als Zeichen hierfür sollte der Teddy rekonstruiert werden, also wieder in den Urzustand zurück versetzt werden. Den Hinweis, dass der Bär ja dann nicht mehr Derselbe wäre, wischte sie an die Seite und bestand auf ihren Auftrag.

Es gelang mir, ein sehr ähnliches Fell zu finden und ein neuer Teddy nach diesem alten Schnitt aus der Vorkriegszeit entstand. Der Tag der Abholung kam und mir wurde Angst und Bange. Zu neu und zu sauber sah die Rekonstruktion aus! Würde sie vor den Augen der Dame und ihren Erinnerungen bestehen können? Die Dame kam und hatte nur Augen für ihren neuen Teddy. Sie brach in Tränen aus, streichelte und knuddelte ihn und stammelte unter Tränen immer nur: "Oh Gott, mein Teddy, oh mein Gott!" Wir fürchteten schon sie würde vor lauter Aufregung zusammenbrechen und sie konnte sich lange Zeit nicht beruhigen. Als sie sich wieder gefaßt hatte, bedankte sie sich überschwenglich, offensichtlich hatte ich mit der Rekonstruktion genau den Teddy aus ihrer Erinnerung wieder aufleben lassen und sie somit glücklich gemacht."

Bärendoktor Porträt Teil 2


 
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