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Teddykünstler international, Susanne Mensing-Varila, Finnland

Im Februar berichteten wir über Paula Carter aus England, das März-Porträt führt uns nach Finnland zu einer Teddykünstlerin, welche in Berlin geboren wurde. Wenn Sie sich ebenfalls dem Bärenmachen verschrieben haben und sich für ein Porträt interessieren, freuen wir uns auf Ihre Nachricht.

Teddykünstler international, Susanne Mensing-Varila, Finnland
Hugos

Teddykünstler international, Susanne Mensing-Varila, Finnland
Macchiato
  Im Jahr 1998 nahm Susanne Mensing-Varila an einem Bärenmacherkurs teil, und der Teddyvirus sprang sofort auf sie über. Etwa fünf Jahre lang entstand dann ein Teddy nach dem anderen, so dass Susanne heute auf die stolze Anzahl von rund 500 Exemplaren zurückblicken kann.

Danach folgte eine etwas ruhigere Zeit in Sachen Bärenmachen, denn die Teddykünstlerin hat gleich drei Berufe, ist verheiratet und stolze Mutter zweier aktiver Kinder. Der erste selbst gemachte Bär hat noch heute einen Ehrenplatz am Bett seiner Bärenmama, auch wenn er völlig unproportioniert sei und so aussehe wie ein Preisboxer!

Susannes Finnteddies schauen eher ernst, fragend und bittend in die Welt, als wollten sie den Betrachter fragen, ob er sie nicht in den Arm nehmen möchte. Sie kommen in allen Größen und Farben daher, gefertigt in reiner Handarbeit aus verschiedenen Naturmaterialien wie Mohair und Alpaka. Kleinere Bären werden auch schon mal nadelgefilzt, oder Susanne kombiniert das Nähen und Nadelfilzen, denn sie experimentiert gern und möchte sich nicht auf einen Stil oder nur eine Methode festlegen.

Die Ideen für ihre Finnteddies findet Susanne in der Natur und den wunderbaren Farben von Seen, Wäldern und Tageslicht, aus der Musik von Klassik bis Jazz und direkt von den Materialien. Alle Phasen des Bärenmachens sind für sie schön und interessant, aber am meisten mag sie den Moment, wenn am Schluss die Augen eingezogen werden.

Teddykünstler international, Susanne Mensing-Varila, Finnland  Teddykünstler international, Susanne Mensing-Varila, Finnland  Teddykünstler international, Susanne Mensing-Varila, Finnland
Midsummerrose, Jeremy und Fuzzy

Susanne: "Wenn der neue Bär mich dann anschaut und mir sofort mitteilt, welchen Namen er haben will, bin ich jedesmal ganz stolz und glücklich."

Einige Finnteddies haben sogar schon ihren Weg in verschiedene amerikanische, englische und deutsche Zeitschriften gefunden, aber bisher habe es noch keiner aufs Titelbild geschafft. "Das ist so ein Traum," hat uns die Teddykünstlerin verraten.

Teddykünstler international, Susanne Mensing-Varila, Finnland
Chagall

Teddykünstler international, Susanne Mensing-Varila, Finnland
Fiamma
  Susanne Mensing-Varila wurde in Berlin geboren, doch bereits seit 25 Jahren ist eine kleine Stadt in Ostfinnland ihr Zuhause, wo sie als Lehrerin und Übersetzerin arbeitet.

Wir haben Susanne gefragt, welche Bedeutung der Teddybär für die Menschen in Finnland hat. Susanne: "Leider gibt es in Finnland keine eigentliche Bärenszene, allerdings einige wenige Geschäfte, Museen (meist mit alten Puppen und Puppenstuben zusammen) und eine kleine Zeitschrift, die aber auch das Hauptgewicht auf Puppen legt. Allerdings werden in vielen Volkshochschulen Bärenkurse angeboten, die sich reger Beliebtheit erfreuen. Man will hier eher alles selber machen, als viel Geld für Sammlerbären auszugeben. Der Teddy gilt auch mehr als Spielzeug für Kinder als für Erwachsene. Man darf ja nicht vergessen, dass die "alten" Bären vor allem in Deutschland, den USA und England hergestellt wurden und verbreitet waren. Darum sind vor allem in diesen Ländern auch die Sammler zu finden, die die handgemachten Bären-
individuen wirklich zu schätzen wissen."

Susanne glaubt, dass ihre Finnteddies vor allem durch zwei Dinge beeinflusst werden. Einerseits sei dies der Steiff-
teddy ihrer Kindheit, der heute immer noch bei ihr ist und der ihr "Bärenschönheitsideal" verkörpert. Andererseits seien es die weltweiten Kontakte zu anderen Bärenmachern, möglich gemacht durch das Internet, und ferner die Bärenzeitschriften und Websites aus der ganzen Welt.

Susanne betrachtet das Bärenmachen als internationale Tätigkeit, die nicht an irgendwelchen Ländergrenzen endet, genauso wenig wie die moderne Malerei oder Musik. Einen typisch deutschen oder finnischen Bären gibt es ihrer Meinung nach nicht.

Wir danken Susanne Mensing-Varila für die bärige Zusammenarbeit und hoffen natürlich, dass wir auch in Zukunft noch viele neue Finnteddies von ihr zu sehen bekommen.

Besuchen Sie die Finnteddies im Internet:
www.finnteddy.com

Bildnachweis: © Susanne Mensing-Varila

 
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