Gedanken zum Bärenmacher-Jahr 2008
von Christine Freiling (FreCh-Bären)
Bärenmachen ist ein schönes Hobby! Da ich selbst seit gut 3 Jahren vom Bärenvirus infiziert bin, ist das eigentlich nichts Neues für mich, aber nach meinem letzten Messebesuch ist mir erst wieder richtig aufgegangen, wie vielseitig Bärenmachen ist!
Beim Bummeln durch die Gänge fiel mir neben der unterschiedlichen und wundervoll originellen Standgestaltung zuerst die Vielfalt an Fellchen auf, die die Bären trugen. Es gab alles an Material und Farbe, was man sich wünschen konnte. Was der Fachhandel nicht vorhielt, wurde von den Bärenkünstlern in Eigenregie durch Selberfärben neu erschaffen - welch eine bunte Vielfalt!
Raffiniert abgerundet wurde das bärige Outfit mit allen möglichen Variationen von Einsätzen mit Cashmere, Filz oder was sonst gefiel. Manche Bären wurden durch ganze angefilzte Teile wie Schnauzen oder
Ohren vollendet und viele durch Sculptieren detailliert ausgeformt - andere dafür - fast auch als Akzent- einfach ohne nachträgliche Modellierung belassen. Was für ein individueller Abwechslungsreichtum!
Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die vielen weiteren Ergänzungs-möglichkeiten durch das Nähen, Stricken oder Häkeln von Bekleidung sowie der Herstellung von allen möglichen Accessoires bis hin zu Möbeln. Es wurden kleine Individuen erschaffen und Charaktere ins Leben gerufen, die sonst kaum irgendwo zu finden sind. Der Phantasie sind einfach keine Grenzen gesetzt. Was für eine Vielseitigkeit!
Bei all diesen Schätzen und Schätzchen war es kaum möglich, sich für einen bärigen Liebling zu entscheiden. Wer die Wahl hat, hat die Qual … Wie wahr! ;o)
Auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die für diese Kunstwerke keinen Blick haben. Oder Preisvorstellungen haben, bei denen man nicht einmal das Material bekäme - "macht weiter so/machen Sie weiter so!" Handwerk hat nun einmal seinen Preis und Gutes ist "für billig" nicht zu machen oder zu haben. Bären müssen nicht billig sein, sondern preiswert, nämlich ihren Preis wert!
Hier könnte dieser Artikel enden. Dann würde ich aber die ebenso wichtige und manchmal eher "unsichtbare" 2. Komponente unterschlagen.
Bärenmachen kann nämlich noch mehr: es verbindet die ganze Familie! Oft findet der Mann Spaß am Fotografieren der Bären, die Großmutter beginnt mit Akribie, die Bären zu bestricken, der Großvater schreinert oder tischlert Bärenmöbel und die Kinder sind bärgeisterte Begleiter zum ersten eigenen Messestand. Welches Hobby kann das sonst bieten? Gemeinsame kreative Beschäftigung für die ganze Familie, das ist doch was!
Wie schön, dass gerade in der heutigen Zeit, in der alles Online funktioniert, die Freizeit immer knapper wird und mehr und mehr Priorität auf Hitech, kurze Wege und schnell zu erreichende Ziele gelegt
wird, bei vielen das Interesse an richtiger Handarbeit besteht und so liebevoll gepflegt wird. Sogar das recht nüchterne Internet verfügt inzwischen über so ansprechend gestaltete bärige Homepages, dass es einfach Spaß macht, dort nicht nur in "messefreien Zeiten" immer wieder vorbeizuschauen und sich ein bisschen bärzaubern zu lassen.
Ich hoffe sehr, dass trotz rundherum steigender Kosten diese Kreativität und Vielfalt erhalten bleibt und viele hier weiterhin einen großartigen Ausgleich zum Berufsleben finden. Mal ehrlich: was könnte denn schöner sein, als ein Hobby, das einen bald aus schwarzen Glasaugen schelmisch anblickt?
Ich wünsche Euch und Ihnen allen ein gesundes 2008 voller neuer Ideen und Inspirationen!