Kajsa Lindström lebt im Süden von Schweden, genauer in Lund - einer kleinen mittelalterlichen Stadt, welche am bekanntesten durch ihre große Universität ist.
Geboren wurde sie in Gothenburg an der Westküste, und sie wohnte auch 10 Jahre lang in Stockholm,
wo sie eine Modeschule besuchte und auch als Designerin für Hennes & Mauritz tätig war.
In ihrer Kindheit machte Kajsa eine Menge Spielzeug verschiedenster Art. Sie fing bereits im Teenageralter an, in Geschäften zu verkaufen. Kajsa: "Ich erinnere mich,
dass ich einen kleinen Hund für meine Barbiepuppe genäht hatte, als ich neun oder zehn Jahre alt war. Weiterhin machte ich auch Puppen und ich erinnere mich, dass ich
sehr verdutzt war, als ich zum ersten Mal eine Puppe von Käthe Kruse sah. Noch heute ist ihre Arbeit eine große Inspiration für mich. Ich besuchte das Werk in Deutschland
vor einigen Jahren (auch Steiff, was absolut großartig war!) und war erstaunt, dass die Produktion noch immer fortgeführt wird. Vielleicht ist das der Grund, weshalb
ich meine Tiere gern bekleide."
Kajsa startete ihr eigenes Geschäft "OKIDOKI Original" im Jahr 1989 mit dem Ziel, Plüschtiere für Kinder herzustellen. Zunächst nähte sie alles selbst, aber bald stellte sie die Spieltiere (größtenteils Teddybären & Hasen) zusammen mit einem Hersteller aus Schweden her.
Unglücklicherweise musste das Unternehmen schließen und nach einem erfolglosen Versuch, in Thailand zu produzieren, bremste Kajsa ihr Geschäft für ein paar Jahre, als ihre beiden Kinder geboren wurden (ein Mädchen - Karin, 1999 und ein Junge - Linus, 2001).
In 2002 besuchte sie die erste Teddybär Show während eines Besuchs in London, und
entdeckte eine ganze Welt mit anderen Bärenmachern und Sammlern.
Kajsa: "So ließ ich die kindersichere Kollektion hinter mir und begann eine neue Linie mit Tier-Unikaten aus Wolle. Die Wollstoffe, die ich verwende, kaufe ich in natürlichen Farbtönen, um sie dann in einem Topf auf dem Ofen mit allen möglichen Farben einzufärben."
Inspirationen für neue Tiere bekommt Kajsa von allen möglichen Dingen aus ihrer Umgebung.
Kinderbücher, Cartoons und Spielzeug sowie Küchenutensilien aus den 40er und 50er Jahren, zum Beispiel. Sie besitzt auch eine kleine Sammlung von altem Spielzeug wie Plüsch- hunden, Affen und Stoffpuppen.
Weiterhin wächst bei ihr ständig die Anzahl an Fotobüchern mit echten Haus- und Wildtieren.
Kajsas Tiere haben aufgrund des Wollmaterials ein ureigenes und sauberes Aussehen, welches viel auf Farben basiert. Die Künstlerin versucht,
die Kleidung in so wenig Teilen wie möglich zu schneiden, ohne den Schnitt aus den Augen zu verlieren. Außerdem schenkt sie den Köpfen viel
Aufmerksamkeit, indem sie Besonderheiten ins Gesicht arbeitet. Manchmal werden diese bemalt,
um ein natürliches Aussehen zu erreichen. Die Auswahl der passenden Knöpfe für ihre Kleidung braucht manchmal mehr Zeit als man sich vorstellen mag.
Kajsa mag im Grunde jeden einzelnen Schritt bei der Fertigung ihrer Tiere:
"Es liegt wohl mehr an der Stimmung, in der ich gerade bin, ob ich einen Arbeitsschritt mag oder nicht.
An manchen Tagen bin ich zufrieden, wenn ich ein neues Design beginne. An anderen bin ich sehr glücklich,
wenn ich den letzten Knopf an ihre Kleidung nähe. Ich habe immer eine neue Idee im Kopf, eine ganze Weile bevor ich ein Schnittmuster erstelle.
Mir kommen auch viele, gute Ideen, wenn ich mit meinem Hund - einem Golden Retreiver namens Elsa - jeden Tag lange Spaziergänge mache."
Kajsas persönlicher Traum ist es, in der Lage zu sein, auch zukünftig Tiere zu machen und vielleicht auch neue Richtungen einzuschlagen wie z.B. Kinderbücher mit ihren Tieren als Charaktere.
Und natürlich würde sie auch gern einen Toby Award gewinnen. Letztes Jahr gewann sie einen
TITA Award, was sie als große Bestätigung für ihre Arbeit empfand.
In Schweden hat das Teddybär- bzw. Tiere sammeln noch keinen nennens- werten Stellenwert.
Die Künstlerin verkauft ihre Arbeiten durch Shops, die zum Beispiel Designermöbel anbieten.
Kajsa: "Es gibt jedes Jahr eine kleine Show, aber keine Magazine oder Wettbewerbe. Ich denke
es liegt daran, dass wir eine so geringe Bevölkerungszahl haben und diejenigen, die Tiere sammeln
oder selbst fertigen ins Ausland gehen, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen."
Kajsa glaubt, dass ihre Tiere skandinavisch aussehen aufgrund ihrer sauberen Erscheinung.
Wenn sie auf Shows ist, hört sie von den Besuchern ähnliches, wenn sie die schwedische Flagge an ihrem Stand sehen.