Liebenswerte gehäkelte Teddys von Rosalinde Preißel
Viele denken beim Begriff "Bärenmachen" zunächst an die herkömmliche Fertigung mit Nadel und Faden
sowie an Teddys aus Mohairplüsch oder Alpaka. Seit geraumer Zeit erobern jedoch auch etliche gehäkelte
Teddys die Bärenwelt, die ihren traditionellen Kollegen in nichts nachstehen. Viele von ihnen sind eben-
falls voll beweglich, Spezialwolle sorgt für einen mohair-ähnlichen Look. Rosalinde Preißel hat sich ganz diesen Häkelbärchen
verschrieben. Erfahren Sie mehr über die bezaubernden "Preisselbären" aus Erfurt.
von links nach rechts: Entwicklung der Preisselbären
Erste Versuche
Im Jahr 1997 wollte Rosalinde Preißel einmal etwas anderes häkeln als immer nur Deckchen.
Etwas später versuchte sie, einen kleinen Teddy für ihren jüngsten Enkel zu häkeln.
Eine Vorlage brauchte sie nicht, sie wusste nicht einmal, ob es derartige Vorlagen überhaupt gab.
Ganz fremd war Rosalinde das Bärenmachen nicht, denn sie hatte bereits einen Teddybär aus Webpelz
genäht und den Schnitt hierfür auch selbst erstellt. Es war ein einfacher Schlenkerbär und sie dachte,
dass sie etwas ähnliches auch aus Wolle und mit einer Häkelnadel herstellen könnte.
Damals gab es noch keine Fusselwolle, die heute Rosalindes Lieblingswolle ist.
Ein Wollrest war recht schnell gefunden. Der erste Häkelversuch führte zu einem einfachen Bären,
den man auch als Bären erkennen konnte. Er war ungefähr 20 cm groß. Zufrieden war Rosalinde mit diesem Ergebnis
noch nicht, aber man fand den Bären lustig!
Zumindest ein Anfang war gemacht, und Rosalinde wagte einen weiteren Versuch, dann noch einen ...
bis sie nicht mehr aufhören konnte.
Die Preisselbären entwickeln sich
Nach diesen ersten Erfahrungen besorgte sich Rosalinde alles, was man auch zum herkömmlichen Bärenmachen benötigt.
Anleitungen brauchte sie nicht, jeder Bär entstand von ganz allein und es entwickelte sich ein persönlicher Stil -
kindlich und lieb sind die "Preisselbaeren". Gute Freunde hatten diesen Namen vorgeschlagen.
Jedes Bärchen ist ein Unikat, und es braucht seine Zeit, bis ein neuer "Preisselbär" fertig ist.
Für einen Häkelbären braucht man länger als für einen genähten Bären, da das gesamte "Fell"
ja erst gehäkelt werden muss. Dafür hat man den Vorteil, dass nicht viel zusammengenäht werden muss.
Die einzigen Nähte sind die der Schnauze, weiterhin müssen die Ohren angenäht werden
und man benötigt Öffnungen, durch die der Bär am Ende gestopft wird.
Rosalinde erzählte uns, dass das "Zusammenbauen" des Teddys der schwierigste Teil der Arbeit sei
und weiterhin das Sticken des Gesichtes. Denn hierbei erhält der Bär die richtige Form und erwacht zum Leben.
Rosalinde: "Das macht aber auch richtig Spaß, wenn man so nach und nach sieht, wie der kleine Kerl aussieht."
Vergangenes und zukünftiges
Seit ca. zehn Jahren ist Rosalinde bereits Bärenmacherin, und sie kann auf reichlich Erfahrung zurückblicken.
Die Preisselbären haben sich immer wieder verändert und weiterentwickelt, Rosalinde lernte ständig dazu.
Für sie ist es ein wunderbares Hobby, welches sie nicht missen möchte. Das Bärenmachen
begleitete und tröstete sie auch in sehr schweren Jahren. Und auch zukünftig sollen noch viele neue Bärchen
entstehen - natürlich gehäkelte.
Begegnungen mit den Preisselbären
Zehn Jahre Bärenmachen bedeutet für Rosalinde nicht nur Häkeln, sondern auch viele interessante Begegnungen mit anderen Teddyfreunden.
Fast vier Monate lang wurden die Preisselbären auf der Erfurter EGA der Öffentlichkeit vorgestellt - im Rahmen der Ausstellung "Steckenpferde".
Auch im Internet ist Rosalinde vertreten, auf www.preisselbaeren.de kann man noch viel mehr über die Bärchen erfahren und noch viele mehr von ihnen sehen.
Durch ihre Mail-Freundin Ulrike lernte sie die Schweizer Zeitschrift "Andrea Kreativ" kennen.
Theres Brassel wurde auf die Preisselbären aufmerksam, und brachte im September 2005 ein "Teddy-Sonderheft" heraus.
Für dieses Heft musste Rosalinde beschreiben, wie die Häkelbären gemacht werden, was viel Arbeit bedeutete,
aber auch viel Spaß machte.
Ergebnis dieses Sonderheftes war u.a. auch eine Einladung zur "Kreativa" in Dortmund Ende März 2006.
Rosalinde: "Dort haben wir Workshops gemacht, wofür ich eine Kollektion Minibärchen gehäkelt und eine Anleitung erstellt habe.
Wir hatten sehr viele Besucherinnen, die alle ein Bärchen häkeln wollten. Es waren anstrengende aber sehr schöne Tage."
Im Oktober 2006 waren die "Preisselbären" auch auf der Leipziger Messe "Modell-Hobby-Spiel" zu sehen.
Rosalinde Preißel war am Stand der Bärenfreunde Sachsen zu finden, und hatte viele Häkelbärchen dabei.
Kuscheltier News dankt Rosalinde Preißel für die bärige Zusammenarbeit und wünscht weiterhin gutes Gelingen und viele Ideen.