Kuscheltier News Weihnachtskalender 15. Dezember 2006








 
Peters Kuscheltiere    (Fortsetzung vom 14. Dezember)

Als Peter am nächsten Morgen vom Rasseln seines Weckers aus dem Schlaf gerissen wurde, erschien ihm alles so wie immer. Sein Zimmer war vollgestopft und nicht aufgeräumt, und sein Blick schweifte unzufrieden umher.
Gleich nach dem Frühstück schnappte er sich einen großen, leeren Karton, und ließ immer mehr Sachen darin verschwinden. Der Karton füllte und füllte sich, und Peter
war so beschäftigt, dass er gar nicht merkte, dass seine Mutter herein gekommen
war. "Bist du schon fertig?", fragte sie ungäubig, "und was ist mit den Kuscheltieren,
magst du die noch behalten?"

Peter ging zu dem Regal, wo seine plüschigen Freunde aus längst vergangenen Kindertagen saßen und ihn stumm aus ihren Knopfaugen ansahen. Ja, Peter war nun schon fast 14 Jahre alt, aber von seinen Plüschtieren konnte er sich einfach nicht trennen. Balduin, der große Teddy, hatte ihm zur Seite gestanden, als er als ganz kleiner Junge wochenlang im Krankenhaus bleiben musste. Mäh Mäh, war sein Lieblingsschmusetuch gewesen, und das Plüschschweinchen Otto hatte ihm Mut gemacht, als er schon wieder mit einer Fünf in Mathe nach Hause gekommen war und seinen Eltern diese Katastrophe beichten musste. Das große Schmuseschaf Wilfriede war fast die einzige Erinnerung an seine Oma, die damals liebevoll die kleinen Wehwehchen des Schafes verarztet hatte. Und sogar jetzt noch konnte Peter auf seine kleinen Freunde zählen, wie zum Beispiel neulich, als er ihnen ganz im Vertrauen von dem tollen Mädchen erzählte, das sein Herz immer mächtig zum klopfen brachte, wann immer er ihr begegnete.

Peter streichelte seinem Teddy Balduin liebevoll über den Kopf, und rückte die anderen Plüschtiere ein wenig zurecht. Dann drehte er sich um, und sein Blick blieb an seiner alten Spiele-Konsole hängen. Ohne weiter zu überlegen, packte er sie und stopfte sie mitsamt ihrer Spiele ganz oben in den Karton. Er wusste, dass er zu Weihnachten eine neue bekommen würde. Und er wusste, dass auch diese eines Tages alt und langweilig sein würde. Nur eines stand für Peter fest. Seine Plüschtiere würden immer bei ihm bleiben. Er packte den mittlerweile recht schweren Karton mit beiden Händen, und trug ihn aus dem Zimmer.

In der darauf folgenden Nacht mochte keines der Plüschtiere lustige Geschichten erzählen oder die anderen necken. Sie alle blickten stumm auf den Teppich hinunter, wo die alte Spiele-Konsole gestanden hatte.

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Copyright Andrea Weigel (2006)

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