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Peters Kuscheltiere
Es war ganz still in Peters Zimmer. Nur der Mond tauchte den Raum in ein sanftes Licht, und in der Ferne hörte man ganz leise die Kirchturmglocken. Peter lag friedlich schlafend in seinem Bett, als die Zeiger auf seinem Wecker Mitternacht zeigten.
Das Zimmer des Jungen war nicht sonderlich groß, und es war wirklich vollgestopft mit Büchern und Spielsachen. Sogar einen eigenen Fernseher hatte er. Es waren einfach zu viele Sachen, und es gab kaum noch Platz zum Spielen. Deshalb hatte Peter sich vorgenommen, am nächsten Tag ein paar Sachen auszusortieren, die er nicht mehr brauchte. Nun ja, es war nicht unbedingt seine Idee gewesen, sondern es war vielmehr auf die liebevollen Überredungskünste seiner Mutter zurückzuführen.
Plötzlich bewegte sich etwas in der Dunkelheit des Zimmers. Die Plüschtiere im Regal über Peters Bett fingen an, leise miteinander zu reden. Manchmal rempelten sie einander an, kicherten übermütig oder schimpften leise - aber sie gaben acht, dass sie den Jungen nicht weckten. Plötzlich hörte man am anderen Ende des kleinen Zimmers ein knackendes, hohles Geräusch und dann meldete sich die nicht mehr ganz neue Spiele-Konsole zu Wort, die einst zu Peters größten Schätzen gehört hatte. "He, ihr dummen Plüschis", knurrte die Spiele-Konsole, "könnt ihr nicht endlich die Klappe halten? Jede Nacht dieselbe Schwätzerei. Ihr geht mir auf die Nerven". Die Plüschtiere schenkten dieser Kritik jedoch keine Beachtung, sondern plapperten munter weiter.
Die Spiele-Konsole sah dem fröhlichen Treiben im Regal nur noch einen Augenblick lang zu, bis sie aufs neue zu schimpfen begann: "Ich weiß gar nicht, was ihr überhaupt noch hier zu suchen habt! Peter ist schon fast 14, und Plüschtiere sind Babykram. Wird Zeit, dass ihr endlich verschwindet, dann wäre Platz auf dem Regal, und meine Spiele müssten nicht überall auf dem Fußboden herumliegen."
Eines der Plüschtiere mochte diese Beleidigungen nicht mehr länger mit anhören. "He, was spielst du Schrottkasten dich so auf? Du bist alt und langsam, deine besten Tage sind vorbei", murmelte ein kleines Stoffhäschen und schüttelte dann energisch den Kopf, so dass seine langen Ohren lustig auf und nieder hüpften. - "Ja, aber Peter mag mich viel lieber als euch. Habt ihr vergessen, wie begeistert er war, als er dieses tolle Autorennen-Spiel bekommen hat? Sogar sein Papa hatte sich damals mit dazu gesetzt. Peter war richtig glücklich!" - "Ja, ich erinnere mich," antwortete das Häschen, "aber das ist lange her. Jetzt spielt er kaum noch mit dir und ich habe sogar gehört, dass sich Peter eine neue zu Weihnachten gewünscht hat."
Die alte Spiele-Konsole war plötzlich ganz still. Sie konnte nicht leugnen, dass ihre beste Zeit längst hinter ihr lag. Und im geheimen war sie sogar neidisch auf die Plüsch- tierschar auf dem schönen Regal über Peters Bett. Wäre sie dazu in der Lage gewesen, hätte sie jetzt bittere Tränen vergossen. Eigentlich war sie gar nicht so böse und gemein. Sie war vielmehr traurig und gekränkt, weil Peter wirklich kaum noch mit ihr spielte. Die Plüschtiere schauten inzwischen voller Mitleid auf die Spiele-Konsole herunter, und sie unterhielten sich nur noch ganz leise.
Fortsetzung der Geschichte am 15. Dezember
Copyright Andrea Weigel (2006)
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