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Eine Bärendoktorin erzählt Teil 2 (Angela Meier) Vor einiger Zeit hatten wir über die Bärendoktorin Brigitte Paul (bripabaeren.de) berichtet. Da sich dieser Beitrag großer Beliebtheit erfreut, gibt es nun ein zweites Porträt dieser Art. Dieses Mal haben wir Angela Meier (baerenbaude.de) über die Schulter geschaut. Natürlich hat uns zunächst interessiert, wie die seit 2005 selbständige Bärenmacherin zu ihrem ersten Patienten kam: "Bärendoktorin bin ich seit etlichen Jahren und ich hatte immer schon ein Herz für alte, abgeliebte Plüschgesellen, die so bedauernswert aussahen, dass ich sie einfach wieder herrichten mußte. Dies sprach sich immer mehr im Kreise der Familie und Bekannten herum und so wurden es mit der Zeit viele "kleine Patienten", denen ich fast allen wieder zu einem ehrwürdigen Dasein verhelfen konnte. Im Jahre 2005 habe ich dann dieses wunderschöne Hobby zum Beruf gemacht und habe mich auf Restauration und individuelle Bärenanfertigung spezialisiert."
Hinter jedem Patienten steht ein Mensch, der meistens ganz schön an seinem Plüschfreund hängt. Manchmal ist jedoch kein vorhandener Teddy zu behandeln, sondern es bedarf etwas mehr, um Träume zu verwirklichen. Im Rahmen einer Rekonstruktion hat Angela folgende Geschichte erlebt: "Eine Dame ließ mir ein Bild aus den 50er Jahren zukommen, auf dem ein kleiner Junge mit seinem Teddy abgebildet war. Dieser Teddy ging bei einem Umzug verloren und es handelte sich dabei um den Teddy ihres Gatten. Sie erzählte mir, dass immer, wenn er das Bild von sich und seinem Teddy ansah, er so einen traurigen Blick bekam und deshalb hatte sie beschlossen, zu einem bestimmten Anlass diesen Bären für ihn rekonstruieren zu lassen. Nachdem ich dann viele Informationen zum Teddy von ihr erhalten hatte, erstellte ich eine Skizze und wollte dann wissen, ob diese dem Original ähnlich wäre, denn auf dem mir vorliegenden Bild war nicht sehr viel vom Teddy zu erkennen. Die Antwort war Ja, so hat sie ihn aus Erzählungen ihres Gatten wohl in Erinnerung. Diesen Teddy zu rekonstruieren und ihn dann fertig zu stellen und zu wissen, welch eine Freude er an diesem bestimmten Tag bereitet hat, ist für mich der beste Beweis, dass wir Bärenmacher einen der schönsten Berufe auf dieser Welt haben."
Auch Angela sind schon einige besonders schwierige Fälle über den Weg gelaufen. Zu diesem Thema weiß sie folgendes zu erzählen: "Nun, hierzu fällt mir das Wildschwein ein, welches nach einer Hundeattacke kein Gesicht mehr hatte. Aber ich denke, dass besonders Restaurationen, die an sehr alten Teddybären vorgenommen werden, sich als schwierig entpuppen können, da viele dieser alten Bären einen extrem dünnen Stoffuntergrund haben und das Schließen von Nähten oder auch die Tatzen-/Sohlenerneuerung schon zu Herz-Rhythmus-Störungen führen kann. Aber auch eine Reinigung des Fells muß mit besonderer Sorgfalt durchgeführt werden und ohne Vorkenntnisse kann ich nur dazu raten, den Bären in eine Bärenklinik zu geben. Deshalb möchte ich einfach an dieser Stelle sagen, bitte geben Sie Ihren Bären in fachmännische Hände, denn nur so können Sie sicher sein, dass er auch ordnungsgemäß repariert wird und nicht später aus einer unsachgemäßen Reparatur ein schwerer und meist auch teurer Fall wird." ![]() Eine verhängnisvolle Keilerei mit einem Hund und ein beeindruckendes Happyend. Angela hat eine sehr liebevolle Beziehung zu ihren Plüschpatienten. Wir wollten noch gern wissen, was ihr besonders wichtig ist bei ihrer Arbeit: "Besonders wichtig ist mir, dass der Teddy bei einer Restauration seinen Charakter nicht verliert, er soll nach seiner Reparatur schließlich noch als der "alte" Teddybär erkennbar sein, deshalb repariere ich nur das, was wirklich sein muss, damit er noch viele weitere schöne Bärenjahre genießen kann (natürlich nach Absprache mit meinen Kunden). Ein Teddy hat im Laufe seines Lebens so viel durchgemacht und ist mit seinem Besitzer durch dick und dünn gegangen, da dürfen auch ein paar abgeliebte Stellen nicht stören; schließlich verlieren wir im Alter auch Haare und haben ein paar Falten mehr, warum sollte also ein Teddy nicht auch "alt" werden dürfen. Wenn Sie ihm ein wenig Pflege zukommen lassen und kleine Blessuren auch mal "verarzten" lassen und ab und an mal Ihrem Teddy in die Augen schauen, dann wird er Sie schon wissen lassen, ob er glücklich ist und Liebe ist für eine Bärenseele immer noch das Wichtigste."
Zum Schluss möchte Angela noch folgendes an unsere Leser richten: "Wenn Sie nicht bei mir persönlich vorbeikommen können, so können Sie mir den Bären auch gerne zusenden. Nähere Angaben hierzu finden Sie auf meiner Internetseite. Auch Organspenden nehme ich natürlich gerne an (aber nur, wenn es keine Möglichkeit der Restauration mehr gibt und Sie den Bären nicht mehr haben wollen). Dieser Spender-Bär trägt dann dazu bei, einem anderen Bären zu helfen. Wenn Sie aber einen ganz neuen Bären haben möchten, dann denken Sie bitte auch an mich, denn ich restauriere nicht nur, sondern stelle auch ganz individuelle Bären nach Ihrem speziellen Wunsch her."
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