Die Anstalt: Psychiatrie für misshandelte Kuscheltiere

Teil 1:   Allgemeines zum Spiel und Beispiel-Therapie

Auf www.Parapluesch.de findet man ein Online-Spiel der besonderen Art, welches zur Zeit in Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch verfügbar ist. Wir stellen euch das Spiel in Wort und Bild anhand eines Beispieles vor. Weiterhin haben wir nachgefragt, wie es zu dieser ungewöhnlichen Idee gekommen ist (nachzulesen auf der nächsten Seite).

Das Ziel des Spieles in wenigen Worten:
Chefarzt Dr. Kindermann behandelt kleine Plüschpatienten mit diversen seelischen Leiden in seiner Anstalt. Da er sich auf eine Forschungsreise begeben hat, ist es nun an uns, seine Patienten zu behandeln und idealerweise zu heilen. Vier Kuscheltiere warten auf ihre Behandlung und es stehen - fast wie im richtigen Leben - vielseitige Therapieformen zur Verfügung.

  Und so funktioniert es:
Nachdem wir das düstere Intro hinter uns gebracht haben, erscheint ein freundliches, gelbes Gebäude auf der grünen Wiese - die Anstalt. Um sie zu betreten, klickt man einfach drauf. Im Vorraum erwartet uns eine Schwester und auf dem Tisch liegt ein "Ärztebuch", in dem man per Mausklick schmökern kann.

Im Aufenthaltsraum warten die kleinen Patienten. Wir entscheiden uns für das arme Krokodil, welches sich ängstlich unter einem Pappkarton versteckt. Ein Klick bringt es in das Behandlungszimmer. Das Spiel erklärt sich fast von selbst. Alles lässt sich einfach per Mausklick steuern.

Kroko's Therapie:
Das Krokodil sitzt mitsamt Pappkarton auf einem weiß bezogenen Bett. Wir stehen als Arzt davor, ein Klemmbrett informiert uns über alle verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten, und ein grüner Balken soll Kroko's Fortschritte aufzeigen. Therapietechnisch ist so gut wie alles möglich. Was fangen wir aber mit
dem kleinen Patienten an? Die "Supervision" ist eine gute Idee, denn mit Hilfe der Notizen von Dr. Kinder-
mann lässt sich etwas über Kroko's Vorgeschichte erfahren: Er wurde in einem Pappkarton hinter der Treppe eines Kaufhauses gefunden. Niemand weiß, woher er kommt. Er scheint auf der Flucht zu sein, leidet unter ausgesprochenen Misstrauen und Angstvorstellungen. ...

  Wir versuchen unser Glück mit einem therapeutischen Gespräch. Anschließend heben wir den Pappkarton herunter. Der arme Kroko klammert sich panisch an sein Kuschelkissen, und macht einen extrem ängstlichen und hektischen Eindruck. Aber immerhin hat sich der Balken auf unserem Klemmbrett etwas grün gefärbt. So falsch kann das therapeutische Gespräch also nicht gewesen sein.

Als nächstes wählen wir die Traumtherapie, wobei wir versuchen, Kroko mit Hilfe eines Pendels zu hypno-
tisieren. Das gelingt uns aber nicht, weil das hektische Krokodil nicht darauf anspricht. Da kann nur eine Beruhigungsspritze helfen. Na also, nun ist Kroko ganz ruhig, und sein Kopf ruht schwer auf dem Kissen. Nun können wir die Traumanalyse versuchen.

  In Kroko's Unterbewusstsein sehen wir einen Abfluss und tropfenden Wasserhahn. Kroko steht mit seinem Kissen am Rande des Abflusses und äugt argwöhnisch und vorsichtig hinein. Plötzlich scheint er in den Abfluss hineinzufallen, aber er kann sich gerade noch an seinem Kissen festhalten - unter ihm die gähnend schwarze Dunkelheit.

Selber spielen anstatt weiterlesen !
Die Traumtherapie scheint einiges gebracht zu haben, denn der Balken auf unserem Klemmbrett ist nun schon fast zur Hälfe grün. Was als nächstes zu tun ist? Das findet ihr lieber selber heraus, denn selber spielen macht doch viel mehr Spaß als etwas erzählt zu bekommen. Wendet weitere Therapien an und wenn ihr alles richtig macht, werdet ihr bald hinter Krokos Geheimnis kommen und ihn heilen können.
Und wenn ihr das geschafft habt, warten noch Schäfchen Dolly, Nilpferd Lilo und Schlange Sly auf ihre Therapie. Es gibt also eine Menge zu tun.


Unsere Meinung zum Spiel:
"Die Anstalt" ist ein sehr vielschichtiges und anspruchsvolles Online-Spiel. Die Szenen sind wunderschön und realistisch animiert, und das Spiel nimmt einen immer wieder anderen Verlauf - je nachdem welche Therapieformen man in welcher Reihenfolge anwendet. So schnell wird die Anstalt also nicht langweilig.
Mit jeder weiteren Traumtherapie kann man weiter in das Bewusstsein des Patienten vordringen. Vieles ergibt bis zum Schluss keinen Sinn, und letztendlich kommt dann doch der große AHA-Effekt.

Wir kommen immer wieder gern zum Spielen auf die Website zurück, und hoffen auf weitere Patienten.
P.S. Wenn ihr euch gar nicht von den süßen Kuscheltieren trennen wollt, hier die gute Nachricht. Die meisten können als reales Plüschtier bestellt werden.

Bildnachweis:  © Paraplüsch, Martin Kittsteiner




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